Sternreporter Gareis unterwandert Scientology

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Was geschah: Der Reporter Gareis besuchte die Scientology Kirche Berlin und bekundete ein nicht vorhandenes Interesse an der Lehre der Scientology. Dazu gab er eine falsche Identität an und auch frei erfundene Motivationen. Er besuchte Kurse und Veranstaltungen und schrieb nach diesen 5 Monaten einen Bericht über diese Zeit im Stern. 5 Monate lang schaffte er es sein Schauspiel zu spielen.

Als Anfang der Geschichte ist die Lügengeschichte des Herrn Gareis zu berücksichtigen. Von Herr Gareis wurde auch im Stern Artikel bestätigt, dass die Scientologen sehr offen, freundlich und direkt mit ihm umgegangen sein müssen. Angesichts dessen, dass Herr Gareis 5 Monate lang seine Lügenstory aufrecht erhalten musste – rund um Menschen welche grundsätzlich eine gute Menschenkenntnis besitzen – kann ich sehr gut nachvollziehen dass dies an seine Substanz ging. Es erfordert wirklich sehr viel Energie und Selbstkontrolle, eine solche Geschichte 5 Monate lang glaubwürdig zu spielen. Dass man sich da dann manchmal als „umzingelt“ und „ausspioniert“ fühlt, ist sicher subjektiv nachvollziehbar. Objektivität darf aber genau aus diesem Grund meiner Ansicht nach nicht aus dem Stern Artikel abgeleitet werden. Als ich den Stern Artikel las, war es für mich eigentlich erstaunlich, für wie blöd er die Sternleser halten muss.

Er geht in eine Organisation, wird Mitglied indem er alle über seine wahre Motivation anlügt und besucht Kurse die ihn nicht persönlich interessieren. Er unterschreibt ein Einschreibeformular wo er bestätigt, dass man den Nutzen aus Scientology nur dann erwarten kann, wenn man ehrlich und aufrichtig an sich arbeiten will. Er nam auch zur Kenntnis dass Scientology niemanden will, der nicht aus eigener Motivation via Scientology mehr übers Leben und sich selbst herausfinden will. Am ende jedes Kurses bei Scientology muss man klar Stellung beziehen ob man das erwartete Resultat des Kurses (das Gelernte zur vollen Zufriedenheit auf das Leben anwenden zu können) erreicht hat oder nicht.
Er musste also auch da jedesmal erneut Lügen, denn wie er selber schreibt, war für ihn ja alles was er auf den Kursen lernte banal oder voller Lügen.

Was ich bei seiner Geschichte sehe ist das was ich nicht nur in dieser Situation beobachten kann, sondern auch sonst im Leben zu beobachten ist. Wenn jemand nicht ehrlich zu anderen ist, verursacht dies Probleme. Ich habe in meinen 18 Jahren Scientologymitgliedschaft nie Probleme mit Personen gesehen, die sich eine Weile mit Scientology befassten und danach entschieden sich nicht mehr damit zu befassen. Wenn jemand offen und ehrlich sagt er wolle nicht mehr, dann ist das völlig in Ordnung und niemand will ihn aufhalten. Wenn jemand aber Mitgliedern gegenüber Interesse vortäuscht, nein in diesem Fall diese sogar schamlos anlügt, wahrscheinlich auch wenn jemand im zu Hause anrief nie sagte, dass er nicht angerufen werden möchte, kann dies nicht als „so geht es zu und her“ beschrieben werden.

Es ist nicht das Gleiche ob jemand fortlaufend Interesse vortäuscht obwohl das nie vorhanden war (oder nicht mehr vorhanden ist), oder ob jemand sagt er habe kein Interesse und wünsche keinen Kontakt und trotzdem wird weiter versucht ihn zum Mitmachen zu bewegen.

Wenn ich das Zitat höre, „Wir sind wie Rotweiler, wir lassen einfach nicht mehr los“ dann muss ich schon sagen dass das eine recht dumme Aussage ist. Andererseits wenn ich einem wirklichen Freund gegenüber so was sage, dann lachen wir köstlich über den Witz und er empfindet es so, dass ich in diesem Moment selbstkritisch eingestand, manchmal etwas zu nerven und zu hartnäckig zu sein.

Bei Herrn Gareis muss man auch davon ausgehen, dass er bewusst solche Situationen provozierte, schliesslich spielte er ein Spiel mit den Scientologen, nicht die Scientologen eines mit ihm. Was wäre das auch für ne Story geworden, wenn nichts Kontroverses passiert wäre……

Wenn ich von Gareis lese „Ich ertappte mich dabei, auch diese blöde „Brücke der Erleuchtung“ erreichen zu wollen. Nach den Kursen fragte ich mich manchmal: „Verdammt, warum bin ich noch nicht höher gekommen?“ dann überschreitet dies eindeutig meine Fähigkeit mir dies als seine ehrliche Empfindung vorzustellen. Vielmehr spielt er hier sein „Schauspiel“ den Sternlesern gegenüber weiter. Unglaubwürdiger geht es wohl kaum mehr. Wieviel seiner gesamten Beschreibungen nur die Weiterführung dieses Schauspiels ist und wieviel davon wirklich eine ehrliche Empfindung Seitens Gareis ist, vermag ich jedoch nicht zu beurteilen.

Es erscheint mir aber als Versuch, die Überzeugungen der Scientologen generell als Resultat einer Gehinrwäsche darzustellen. Danach kann man Scientologen alle als Opfer (nicht verantwortlich) darstellen. Der nächste naheliegende Schritt wäre die Scientologen deshalb als unzurechnungsfähig darzustellen. Alles was Scientologen sagen und tun unter dieser Prämisse zu betrachten, würde jegliche Möglichkeit der Selbstdarstellung seitens Scientologen wirkungsvoll verhindern. Wer glaubt schon einem, der nicht selber urteilen kann…..

Nachtrag vom 07.04.2010
Es gibt hier nun eine offizielle Stellungnahme der Scientology Kirche zur Geschichte des Sternreporters Fredy Gareis
Oder auch hier: http://www.scientology-fakten.ch/index.php/de/richtigstellung-von-falschinformationen/presse-a-tv.html

2 Kommentare zu „Sternreporter Gareis unterwandert Scientology

    Andi sagte:
    Juli 27, 2008 um 5:41 pm

    Die Recherche vom Reporter Gareis mit versteckter Kamera weckte zunächst große Erwartung und Hoffnung, etwas Neues und Exklusives aus der Deutschlandzentrale von Scientology zu erfahren.

    Es wird uns suggeriert, dass es gewisse Informationen, Aussagen und „Beweise“ gibt, die sonst ein Reporter offiziell nicht einholen kann.

    In diesem Fall bedient man sich gewisser Hilfsmittel wie z.B. versteckter Kamera, Einschleusung von Interessenten, Befragung von Aussteigern und Kritikern.

    Da diese Recherchen mit versteckter Kamera oft gemacht werden, gehört es zum Alltag des Fernsehens. Die Unbefangenheit wird kaum noch hinterfragt.
    Man kann sich über diesen Punkt streiten.

    Unstrittig ist die Banalität und Unprofessionalität der Recherche.
    Die Recherche ist noch nicht einmal kritisch, sondern einfach langweilig.

    Da es sich bei Scientology nicht um einen Sprachkurs oder ein Klavierunterricht handelt, muss man sehr differenziert recherchieren und vieles abwägen.

    Sollen durch die Recherche nur belastende „Beweise“ gefunden werden, die eine weit verbreitete Meinung bestätigen?
    Oder wird mit der Recherche auch aktiv nach entlastenden „Beweise“ gesucht?

    Handelt es sich bei den Aussagen von Mitarbeitern oder Mitgliedern von Scientology um Meinungen oder sind diese Aussagen durch interne Schriften gedeckt. Welchen Interpretationsspielraum lassen sie zu?

    Abgesehen davon, dass die Personen unkenntlich gemacht werden (Persönlichkeitsrechte) und dem nachgesprochenen Ton, was die Authentizität zunichte macht, birgt die Recherche bewussten und unbewussten „Manipulationsspielraum“.

    Die Menge an Bildmaterial und was dem Zuschauer schlussendlich gezeigt wird, verzerrt letztendlich doch das Bild.

    Wie authentisch ist die Aufgabenstellung mit der die „Testperson“ konfrontiert wird. Ich kann bei einer Person eine Frage stellen oder sie Fragen stellend in eine Situation hineinmanövrieren, bis ich eine „passende Antwort“ bekomme.

    Diese versteckten Recherchen haben einen ähnlichen Charakter, wie eine Befragung von Politikern.
    Die Frage wurde vom Politiker noch nicht beantwortet und schon stellt der Interviewer die nächste Frage.
    Es ist doch offensichtlich, dass der Interviewer gar nicht an der Antwort interessiert ist.
    Er möchte möglichst durch Bedrängnis eine schlechte oder unüberlegte Antwort vom Politiker erhaschen.
    Die Sache hat nur einen Hacken, Politiker werden nicht mit versteckter Kamera gefilmt.
    Es gibt nur offizielle Interviews bei dem die Rhetorik der Politiker zur Geltung kommt.

    Ich habe mir den Stern Artikel durchgelesen.
    Für mich ist nicht ersichtlich, welche – nicht öffentlich zugängliche -Information, geschweige den Erkenntnisse Herr Gareis zu Tage gefördert hat.
    Es handelt sich um reine Meinungsmache und Interpretationen.

    Auch beim Interview mit Herrn Jauch beim Stern TV sah man eher einen Angsthasen als einen Reporter.
    Übrigens schienen mir die Fragen eher wie ein abgekartetes Frage- und Antwortspiel.

    Mit einer Recherche hat das nichts mehr zu tun; man könnte eher von einem Spielfilm sprechen bei dem die beteiligten Personen nicht wissend „mitspielen“.

    Renate sagte:
    Februar 2, 2009 um 8:30 pm

    Wenn man die „Unterwanderung“ von Gareis aus christlichem Standpunkt anschaut, dann verstösst er klar gegen das 8. Gebot:
    Das achte Gebot lautet: „Du sollst kein falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten.“
    Was gebietet Gott im achten Gebot ?
    Gott gebietet uns im achten Gebot, überall und jederzeit die Wahrheit zu sagen und die Taten des Nächsten wenn immer möglich positiv auszulegen, damit ein vertrauensvolles Zusammenleben unter den Menschen möglich wird.

    Was verbietet uns das achte Gebot ?
    Das achte Gebot verbietet uns jede Falschheit und den ungerechten Schaden am Ruf eines anderen. Daher verbietet es uns neben dem falschen Zeugnis: die Verleumdung, die Lüge, die Herabsetzung, die üble Nachrede, die Schmeichelei, das vorschnelle Urteil und den vermessenen Verdacht.

    Als Christ kann man die unkritische Art wie zum Beispiel die Website Jesus.de darüber berichtete nicht gutheissen. Wo bleibt das Verständnis für die Grundlagen des christlichen Wertesystems, die 10 Gebote?
    Solche Machenschaften wie die von Gareis führen nur zu Schwierigkeiten unter den Menschen und helfen nicht irgendetwas zu verbessern.

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