Christian Markert: Top Scientology-Aussteiger ein Flop!

Gepostet am Aktualisiert am


In den letzten Jahren wurde viel in den Medien über Scientology berichtet. Ab und zu wurde ein Scientology-Aussteiger in den Medien bekannt, der seine Erfahrungen wiedergab. Beängstigende Geschichten waren zu hören, die eher an die Verschwörungstheorien rund um die Freimaurer erinnerten als dass sie real erschienen. Doch handelt es sich bei den Aussteigerberichten um unumstößliche Wahrheiten? Untenstehend habe ich eine Pressemitteilung der Scientology Kirche Hamburg e.V. (DailyNet.de) vom 30.07.2007 gefunden, die das Ex-Mitglied Christian Markert betrifft.

(DailyNet) – CABERTA PRÄSENTIERTE VERURTEILTEN BETRÜGER ALS SCIENTOLOGY AUSSTEIGER

VERDACHT AUF SPIONAGE IN DEN USA

Die Scientology Kirche Hamburg e.V. reichte heute eine Beschwerde beim Petitionsausschuss der Hamburger Bürgerschaft ein, um zu klären, ob die Senatsangestellte Ursula Caberta in einen transatlantischen Spionagefall verwickelt ist. Der am 20. Juni 07 im Berliner Abgeordnetenhaus präsentierte Aussteiger Christian Markert entpuppt sich als verurteilter Betrüger, der möglicherweise als Agent in die Scientology Kirche Buffalo, im Bundesstaat New York, eingeschleust wurde.

Hintergrund:

Am 20. Juni 07 präsentierte Ursula Caberta bei einer Veranstaltung im Berliner Abgeordnetenhaus als Überraschungsgast einen neuen Aussteiger aus der Scientology Kirche, Herrn Christian Markert Gemäß Presseberichten war er seit 7 Jahren Mitglied der Scientology Kirche gewesen und mit Hilfe der Hamburger Behörden sei ihm die Flucht aus der Scientology Kirche Buffalo, im Bundesstaat New York, gelungen.
Die geplante Präsentation war anscheinend gedacht, um weiter Stimmung gegen die neu eröffnete Scientology Kirche Berlin zu machen und um Politiker mit erfundenen Geschichten weiter zu instrumentalisieren. Dies könnte sich nun allerdings als Rohrkrepierer erweisen.

Christian Markert ist nämlich nicht nur den hiesigen Scientology Kirchen gänzlich unbekannt, sondern seine angeblich 7 jährige Mitgliedschaft betrug gerade einmal 3 Monate (von März 2007 – Juni 2007) in der Scientology Kirche Buffalo.

Öffentlich zugängliche Quellen aus dem Internet belegen auch, dass es sich bei Herrn Markert um einen verurteilten Betrüger handelt. Er wurde im Juni 1997 von einem Gericht in Meaux (Vorort von Paris) wegen Betruges zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon 6 Monate auf Bewährung ausgesetzt wurden.
Auch die deutschen Behörden haben gegen Herrn Markert wegen des Verdachts des Betruges in mehreren Fällen ermittelt und ihrerseits einen Auslieferungsantrag an Frankreich gestellt. Markert hat verschiedene Berufungs- und rechtliche Verfahren angestrengt, um gegen die Verurteilung und die Auslieferung anzukämpfen, die er jedoch alle verlor. Am 3. Mai 1999 wird Markert an Deutschland ausgeliefert und hier verliert sich zunächst seine Spur.

Im März 2007 wird Herr Markert plötzlich Mitarbeiter der Scientology Kirche in Buffalo. Den Mitarbeitern gab er dort folgende Geschichte zum Besten.
Markert behauptet in Dinslaken, Deutschland geboren zu sein.
Er gab an von 1989 bis 1993 die Robert Kennedy Universität in Los Angeles, Kalifornien besucht zu haben und dort einen MBA Abschluß gemacht zu haben, aber solch eine Universität existiert nicht in Los Angeles.

Markert behauptet weiter an der privaten Junior High School in Los Angeles von 1980 – 1989 gewesen zu sein und dort sein Abitur gemacht zu haben. An anderer Stelle gibt er an, in dem gleichen Zeitraum das Gymnasium in Vörde besucht zu haben. Es ist wohl kaum möglich beide Schulen zum gleichen Zeitpunkt an zwei völlig unterschiedlichen Orten besucht zu haben.

Er sei ein erfolgreicher Geschäftsmann aus Irland und Manager der dort ansässigen Firma Creaventure Consulting. Um seine Geschichte auszumalen gab er an, dass einer seiner Kunden auf seinem Konto 3 Millionen Euro hinterlegt hat, um sich seine Dienste zu sichern. Bei einer Steuerprüfung der irischen Steuerbehörde wurde diese Summe als zu versteuernde Einnahme angesehen. Markert behauptete, dass Creaventure Consulting ihren Umsatz innerhalb von 3 Jahren von 200.000 Euro auf 22 Millionen Euro steigerte und dies eine Betriebsprüfung des Finanzamtes nach sich zog. Seinen Angaben zur Folge wirkten an dieser Betriebsprüfung 25 Beamte mit.

Nachforschungen öffentlich zugänglicher Quellen enthüllten jedoch, dass die Firma Creaventure Consulting nicht in Irland existiert. Lediglich der Internet Domain Name creaventure.com konnte gefunden werde. Datum der Registrierung: Januar 2007, wenige Wochen bevor Markert seine kurze Zeit in Scientology begann.

Den Mitarbeitern in Buffalo gegenüber gab er an, bereits lange Zeit in Scientology zu sein; er sei Mitglied der Scientology Kirche in Irland und habe große Summen an die dortige Kirche gespendet.
Tatsache ist jedoch, dass niemand Herrn Markert in Irland kennt, er in keinem Mitglieder-verzeichnis geführt ist, geschweige denn irgendwelche Summen gespendet hat.

Augenscheinlich erfand Herr Markert einige Geschichten über seine Scientology Mitgliedschaft, um Akzeptanz und Vertrauen bei den Mitarbeitern der Scientology Kirche in Buffalo zu erschleichen. Auch bezüglich seiner Mitgliedschaft in Scientology gab er gegenüber den Mitarbeitern unterschiedliche Jahre an: mal waren es 15 Jahre, dann 10 Jahre, aber auch 7 Jahre.

Markert ein verurteilter Betrüger ihm Dienste deutscher Behörden? Eigentlich unglaublich. Welche Rolle spielt der Verfassungsschutz ? Hat Markert nach seiner Auslieferung nach Deutschland eventuell einen Deal mit den deutschen Behörden gemacht? Trat er in die Dienste des Verfassungsschutzes als informeller Agent? Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Essen, die den Fall damals bearbeitete, ergab die lapidare Antwort: Nachrichtensperre. Eine Nachrichtensperre wird oftmals verhängt, wenn es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Wird also weiterhin gegen Markert ermittelt und wenn ja weswegen? In diesem Falle würde Caberta die Behörde für Inneres in eine gefährliche Nähe zur Kriminalität bringen.

Oder wird die Nachrichtensperre verhängt, weil Herr Markert ein Agent des bundesdeutschen Verfassungsschutzes ist und aus Schutzgründen die Nachrichtensperre verhängt. In diesem Falle würde der Fall eine internationale Dimension bekommen, da ein getarnter deutscher Agent in einem befreundeten Staat, den Vereinigten Staaten, eine dort anerkannte Religionsgemeinschaft ausspionieren wollte.

„Was auch immer der Sachverhalt ist, es bedarf der Aufklärung seitens der Behörden und der Petitionsausschuss ist ein geeignetes Instrument um die entsprechenden Fragen an die zuständigen Behörden zu stellen, um somit zur Aufklärung beizutragen.“, sagte Frank Busch von der Scientology Kirche Hamburg e.V.
Hier finden sie weitere Storys über Scientology Aussteiger
Aussteiger Lino Bombonato

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s