Griechenland Bankrott ist ein Banken-Bankrott

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Der Tübinger Emeritus Professor Joachim Starbatty und 4 weitere Rechts- und Wirtschaftswissenschatler haben dem Verfassungsgericht in Karlsruhe einen Eilantrag und eine Verfassungsbeschwerde gegen das Griechenland-Hilfspacket eingereicht.
Der Eilantrag wurde jedoch vom Verfassungsgericht mit fadenscheinigen Argumenten abgelehnt. „Ein Verschieben der deutschen Hilfen bis zu einem endgültigen Urteil über die Klage könne das Rettungspaket insgesamt gefährden. Wenn später bekannt werde dass die Hilfe rechtmässig gewesen wäre drohe ein grosser Schaden. Wieso dies schwerer gewichtet wird als die Möglichkeit, dass bei einer nachgewiesenen Unrechtmässigkeit des Hilfspackets, ein genau bezifferter Schaden von 22 Milliarden für die Deutschen Bürger droht, wird nicht begründet.

Die Finanzhilfen seien in Wahrheit eine Rettungsoperation für die Banken, argumentieren die fünf Professoren. „Wir geben das Geld den Griechen, und die reichen es an die Banken weiter“, sagte Starbatty. Um die Schulden abbauen zu können, müsste Griechenland aus der Währungsunion austreten, die stark abgewertete Drachme wieder als Währung annehmen und anfangen, Überschüsse zu erwirtschaften.

Die von IWF, EU Regierungen und vor allem Banken geforderte Therapie für Griechenland wird wenn überhaupt nur eine kurzfristig spürbare beruhigende Auswirkung auf die Finanzmärkte haben. Nicht nur Griechenland ist bankrott, sondern auch etliche andere Staaten. Die angekündigten Sparmaßnahmen und massloses Gelddrucken scheinen die einzigen Therapien zu sein, welche propagiert werden. Anstelle dieser Rosskuren, braucht es Folgendes:

  • Eine Konkurssanierung der Banken!
  • Gesetze, die Spekulationen abstellen und den Wiederaufbau der produktiven Wirtschaft ermöglichen

Einige Staaten in der Eurozone und weltweit sind insolvent. Griechenland ist da nur ein Land unter vielen. Deutschland alleine hat Forderungen von über 520 Mrd. Euro südlichen Euroländer gegenüber. Dies ist aber nur etwa die Hälfte der gesamten Schulden dieser Länder. Griechenland braucht alleine 135 Mrd. Euro um die nächsten paar Jahre ohne Zahlungsausstand zu überstehen. Die Banken von Spanien sind eng mit denen Großbritanniens verflochten und befinden sich ebenfalls in grossen Schwierigkeiten. Portugal, Italien und Irland werden sich nach der grosszügigen Geste Deutschlands sehr bald melden um ihre eigenen enormen Summen an benötigtem Geld zu verlangen.  Wer glaubt dass das Strohfeuer des Dollars Bestand hat, wir schwer auf die Nase fallen. Großbritannien und die USA sind ebenso insolvent. Das System ist am kollabieren und Jo Ackermann hat mit dem „zugesagten Aufkauf von KfW Anleihen“ nicht etwa Deutschland geholfen, sondern sich selbst.

Lösungen gibt es, diese müssen aber bekannt sein und  funktionieren.

Warum überall Geld fehlt „Gib mir die Welt plus 5 Prozent“. Die Geschichte vom Goldschmied Fabian 50 aufschlussreiche Minuten über den grundlegenden Fehler in unserem Geldsystem und das grundlegende Geheimnis des Banken- und Geldwesens:

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3 Kommentare zu „Griechenland Bankrott ist ein Banken-Bankrott

    Norman Freeman sagte:
    Mai 16, 2010 um 8:22 pm

    Es ist nich unbedingt das System der Banken, sondern vielmehr das Problem des Kapitalismus und der Gier nach immer mehr. Da muss sich jeder Konsument in den fortschrittlichen Industrieländern selber an der Nase nehmen. Griechenland Bankrott ist auch ein Bankrott der Korruption und der Schulden. In einer Zeit wo jeder eine Kreditkarte haben kann und über seine Verhältnisse lebt, sich Schulden anhäuft und diese nicht mehr bezahlen kann, ist es ja nicht wunderlich. Also an alle. Gebt nur aus was Ihr verkraften könnt, ansonsten schlittern wir immer tiefer in die „Krise“.

    religo sagte:
    Mai 18, 2010 um 5:34 pm

    Dem stimme ich grundsätzlich zu. Während die Privatpersonen dies in kleinem Stil tun, tun es die Banken in grossem Stil. Es ist aber nicht so dass die überschuldeten Privaten Haushalte damit die Banken gefährden könnten, den die haben die Möglichkeiten Kredite zu verweigern, wenn ihnen das Risiko zu gross ist. Es sind die Banken die durch öffentliche Mittel gerettet werden mussten/müssen. Zu diesen Schulden konnte sich der Bürger (fast 10’000.- pro Kopf in der Schweiz nur durch die Rettung der UBS, wenn man die 68 Milliarden rechnet die ursprünglich dafür in aussicht gestellt wurden) nicht entscheiden, sie wurden uns allen einfach ungefragt aufgehalst.

      Norman Freeman sagte:
      Mai 21, 2010 um 6:41 pm

      Dass ist gewiss so. Absolut. Aber trotzdem gibt es noch ein „Aber“ hinzu zu fügen…. Ein Gebot der Wirtschaft lautet: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Was wiederum bedeutet: Solange Privatpersonen von diesem Angebot gebrauch machen, wird sich nichts ändern. Ich bin der Meinung, dass jede mündige Person in vollem Masse zurechnungsfähig ist und auch merkt wenn sie über ihre Verhältnisse lebt. Und da appelliere ich an den gesunden Menschenverstand. Hört auf mit Leasing, Kredite, Bankkonto überziehen, etc.! Man kann es auch mal mit Sparen versuchen und wenn man sich dann was kauft, macht der materielle Gegenwert sogar noch mehr freude.

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