Dr. Peter Schulte: Beobachtungen eines staatlichen Sektenbeauftragten


SektenbeauftragteErstmals werden hiermit einzelne Passagen des wissenschaftlichen Werkes von Dr. Peter Schulte für die breite Öffentlichkeit zugänglich.

Mit dem Buch „Neue Religiöse Bewegungen – Gesellschaftliche Dramatisierungs-strategien und soziale Wirklichkeit“ schuf Peter Schulte ein Werk, welches sich wohltuend von anderen Publikationen zur gleichen Thematik unterscheidet.

Der Allianzspiegel schrieb im September 2012 folgendes über das damals frisch veröffentlichte Werk:

 

„Dieses Buch stellt ein Novum dar. Verfasst von einem Sozialwissenschaftler, der selbst zwölf Jahre Sektenbeauftragter der Tiroler Landesregierung war (Leiter von „kult & co tirol“), bietet es einen anschaulichen Überblick dessen, was in Österreich über „Sekten“ gedacht und der Öffentlichkeit vermittelt wird.“
[…]
„Wer sich kritisch mit dem Schlagwort „Sekte“ im österreichischen Kontext auseinander setzen will, der kommt hinfort an diesem wichtigen und empfehlenswerten Buch [nicht] vorbei.“ […]                       
ALLIANZSPIEGEL, 27. Jahrgang, September 2012

Lesen Sie hier die Auszüge:

Beobachtungen eines staatlichen Sektenbeauftragten

Europäische Akademie der Religionen: Podiumsdiskussion über Scientology


Die neu geschaffene Europäische Akademie der Religionen wurde im Juni 2017 mit einer Konferenz unter dem Titel „Ex Nihilo“ ins Leben gerufen, ein Wortspiel aus dem Lateinischen „aus dem Nichts“, das gewöhnlich im Kontext der Schöpfung verwendet wird. Unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission, des italienischen Bildungsministeriums und anderer renommierter Institutionen nahmen an dem Programm in Bologna unter anderem tausend Wissenschaftler aus ganz Europa teil, die eine breite Palette von Disziplinen repräsentierten, die mit dem Studium der Religionen zu tun haben. Teil der Konferenz war auch eine Podiumsdiskussion zur Scientology Religion.

Wissenschaftliches Gremium über Scientology Ästhetik und Ethik
Die Diskussionsteilnehmer waren Professor Massimo Introvigne, Direktor des CESNUR (Zentrum für Studien neuer Religionen), Professor Luigi Berzano, emeritierter Professor der Abteilung für Kulturen, Politik und Gesellschaft der Universität Turin, und Professor Sylvio Calzolari, der der Theologischen Fakultät Mittelitaliens in Florenz angeschlossen ist. Tausende Gelehrte aus ganz Europa nahmen an der Eröffnungskonferenz der Europäischen Akademie der Religion in Bologna teil.

Herr Introvigne beschrieb die vielen Aspekte der Scientology, die mit den bildenden Künsten in Verbindung stehen und erklärte, dass die Scientology Schriften von L. Ron Hubbard viele Hinweise auf die Kraft der Kunst zu spiritueller Erleuchtung sowie praktische Werkzeuge für Künstler enthalten, die gewöhnlich von Scientology Künstlern verwendet werden. Er erläuterte dann die Arbeit von Scientologen, die bekannte bildende Künstler sind und die er persönlich interviewt hatte und die bekannte Künstler sind, und leitete daraus her, was aus Sicht der Scientology als „sakrale Kunst“ betrachtet werden kann. Schließlich erklärte er, dass diese künstlerische Sichtweise, die sich aus dem Wissen über Scientology ergibt, in den neuen Kirchen der Scientology, den Idealen Kirchen, entdeckt werden könne, wie beispielsweise in der Scientology Kathedrale der Flag Land Base in Clearwater, die Dutzende großartiger Kunstwerke enthält, welche die Grundsätze der Scientology Religion illustrieren. Abschließend sagte er, Scientology „schafft und pflegt eine Gemeinschaft von Künstlern und bietet mehr als nur praktischen Rat.“

Professor Luigi Berzano hielt einen Vortrag zum Thema „Scientology Raumästhetik“, basierend auf der Prämisse, dass die Natur der Ästhetik speziell und in erster Linie zu spirituellen und religiösen Formen dazugehöre, wie zum Beispiel Scientology, und dass die Sozialwissenschaft der Religion sich darauf beziehen solle. Er beschrieb die verschiedenen heiligen Orte, die man in einer Scientology Kirche finden kann und ihre Beziehung zu den heiligen Schriften und Praktiken von Hubbards Vision – einem Ort der Verehrung, der Suche und der spirituellen Freiheit. „Jeder ist der Grundstein für eine neue, bessere Welt“, sagte er.

Professor Sylvio Calzolari, der das Programm abrundete, erforschte die von L Ron Hubbard entwickelte Ethik der Scientology. „Die Mission der religiösen Ethik von Scientology ist, das Bewusstsein des Menschen zu stärken, um seinen Zustand der ethischen Harmonie wiederherzustellen“, sagte er. „Spirituelle Errettung hängt von der Selbsterkenntnis, von Beziehungen zu anderen ab (ein weiterer Hinweis auf Ethik als „Praxis“ – die Handlung des Eingreifens, Anwendens, Ausübens, Realisierens oder Praktizierens von Ideen) und das Gefühl der eigenen Zugehörigkeit zum gesamten Universum. Er beschrieb den Platz der Scientology Ethik im gesamten philosophischen System, das die Scientology bildet, und betonte die Rationalität, die er darin fand. Nach einem langen und brillanten Exposé über Scientology Lehren sagte er schließlich: „Ich bin kein Scientologe, aber ich muss sagen – nachdem ich studiert habe, was Scientology wirklich ist – bin ich ein wahrer Unterstützer.“

Das belgische Präzedenzrecht und die Bedeutung des letzten rechtlichen Gewinns von Scientology in Brüssel

Germana Carobene, Professorin an der Universität für Kanonisches Recht in Neapel, referierte über die belgische Rechtsprechung und erklärte, dass die jüngste belgische Gerichtsentscheidung über Scientology vom 11. März 2016, in der alle Scientology Kirchen sowie alle angeklagten Einzelpersonen frei gesprochen worden waren, ein wegweisendes Urteil darstelle: „eine der wichtigsten Entscheidungen für die gerichtliche Bestätigung der Religionsfreiheit“.

Sektenjagd: Die neue Intoleranz – Fakten, Hintergründe, Einwände


Der verstorbene Dr. theol. Felix Flückiger war protestantischer Pfarrer im Ruhestand, als er das Buch „Sekten“-Jagd, Die neue Intoleranz – Fakten Hintergründe, Einwände schrieb. Er war ehemals Präsident des Evangelisch-Theologischen Pfarrvereins des Kantons Bern und Vorstandsmitglied der Aktion „Kirche wohin?“. Sein Leben Lang hat sich Felix Flückiger mit Religion und Philosophie und insbesondere auch mit neuen religiösen Gemeinschaften befasst. Im Unterschied zu der heute zu beobachtenden „Sektenjagd“ tat er dies nie aus dem Gefühl des Eiferns und der Rechthaberei heraus. Im Gegenteil: Sein Buch ist ein Resultat geduldiger Kleinarbeit und steten Bemühens um objektive Darstellung der Sachverhalte. Es hebt sich damit wohltuend ab vom Chor derer, die sich selbst als „Sektenspezialisten“ bezeichnen und oft nichts anderes zur Verfügung haben als eine progressiv sein wollende Gesinnung sowie Verachtung, ja sogar Hass für ihnen nicht entsprechende Auffassungen. Flückiger stellte in einer den Fakten verpflichteten Weise die heute bei uns am meisten angegriffenen Gemeinschaften vor und arbeitete sorgfältig heraus, was sich mit der christlichen Auffassung verträgt, auch was allenfalls als problematisch erkannt werden muss. Dabei überlässt er es dem mündigen, seine Schlüsseaus den dargestellten Fakten selbst zu ziehen. Das Buch leistet echte Grundlagenarbeit. Es ist eine Fundgrube von Informationen, nicht nur über heute angegriffene Gruppen, sondern auch über Motivationen und Hintergrund derjenigen, die diese Gemeinschaften so vehement angreifen. Der Autor verstand es, über Einzelheiten hinaus den Blick auf das Ganze zu schärfen. Das Buch wurde Anlass zu einer Besinnung auf das Grundsätzliche und zu einer enentbehrlichen Orientierung für jeden, der Fakten über Vorurteile stellt.

Sie finden unter nachfolgenden Links die einzelnen Kapitel des Buches veröffentlicht. Selbstverständlich handelt es sich dabei um die 2. Ausgabe. Die erste Ausgabe wurde von einem sogenannten „Sektenspezialisten“ versucht gerichtlich zu verbieten, da 2 Sätze unglücklich formuliert waren. Dies ist in dieser Version nicht der Fall.

In Arbeit, bitte Geduld:

Felix Flückiger

„Sekten“-Jagd

Die neue Intoleranz – Fakten, Hintergründe, Einwände

Inhalt

Statt eines Vorworts: Worum es geht

Welche Punkte umfassen eine Religion?


Die Verfassung der Schweiz garantiert Religionsfreiheit. Es nützt jedoch wenig, Religionsfreiheit zu haben, ausser man definiert, was eine Religion ist.

In einer vielbeachteten Rede, welche anlässlich der Eröffnung eines neuen spirituellen Zentrums für den asiatisch-pazifischen Raum gehalten wurde, zeigte Dr. David Bennett auf, wieso das oberste Gericht Australiens zum Schluss kam, dass Scientology eine Religion ist.

Es waren die folgenden vier Punkte: 1) der Glaube an etwas Übernatürliches, an eine jenseits der Sinneswahrnehmung liegende Wirklichkeit, 2) daß der betreffende Glaube sich auf die Natur des Menschen und seinen Platz im Universum sowie sein Verhältnis zum Übernatürlichen bezieht, 3) daß aufgrund dieses Glaubens seine Anhänger aufgefordert oder angehalten werden, einen bestimmten Verhaltenskodex einzuhalten oder sich an bestimmten Bräuchen oder Praktiken zu beteiligen, deren Bedeutung im Übernatürlichen liegt, und 4) dessen Anhängerschaft sich aus einer oder mehreren erkennbaren Gruppen zusammensetzt.

Dr. Bennett  ist ein ehemaliger Generalstaatsanwalt von Australien, Träger des Order of Australia und Rechtsanwalt. Er vertrat die Scientology Kirche beim Obersten Gerichtshof Australiens und gewann den Fall, der eine klare gerichtliche Definition von „Religion“ etablierte und Scientology als Religion anerkannte.

In seiner Rede erwähnte er: „Von all den Fällen, an denen ich beteiligt war, betrachte ich Ihren Sieg, der Scientology als eine Religion bestätigte, als denjenigen, der mich am meisten mit Stolz erfüllt. Und seitdem berufen sich Gerichte überall auf der Welt auf die australische Definition. Und so bedeutet es für mich viel, hier zu sein und mit Ihnen allen zu feiern. Ich kann sehen, was sich aus einem dramatischen und umwälzenden Sieg vor Gericht im Namen der Religionsfreiheit entwickeln kann. Und es erfüllt mich sogar mit noch mehr Stolz, zu wissen, dass dieser ursprüngliche Kampf für das, was fair ist, zu einer Entscheidung führte, die sich über die ganze Welt verbreitete, um die Rechte der Menschen aller Glaubensrichtungen zu garantieren.“

Going Clear: John Travolta nimmt Stellung


Going Clear: Scientology Glaubensgefängnis

Wie schon der deutsche Titel “Scientology – ein Glaubensgefängnis” deutlich macht, geht es hier leider nicht um seriöse und ausgewogene Aufklärung oder um einen Dokumentarfilm. Diese “Doku” ist ein einseitiger und verdrehter Bericht von Aussteigern, resultierend in der Verunglimpfung einer weltweit in vielen Ländern anerkannten Religionsgemeinschaft.

Die Macher dieser “Doku” und die Aussteiger eint wohl ein gemeinsames Ziel: Profit mit dem Namen Scientology zu machen.

Apostaten (Aussteiger), die auch in dieser “Doku” fast ausschließlich zu Wort kommen, sprechen niemals gut über das, wovon sie ausgetreten sind. Religionswissenschaftler warnen vor diesen einseitigen Informationsquellen.

Kein einziger aktiver Scientologe kam in dem Film zu Wort, obwohl die Kirche in den USA dem Regisseur Alex Gibney viele Angebote für Interviews gemacht hat, die auf der Website www.freedommag.org/HBO dokumentiert sind. Er hat sich nicht einmal der Mühe gemacht zu antworten.

Viele TV-Stationen haben davon abgesehen, die Hetze gegen Scientology überhaupt auszustrahlen, nachdem sie sich mit den Hintergründen vertraut gemacht hatten.

Die Stellungnahme von John Travolta spricht Millionen Scientologen aus der Seele, und den Millionen Freunden, Bekannten, Partnern, denen diese Scientologen bzw. diese Kirche geholfen hat.

Hier ein übersetzter Auszug:

„Ich bin so glücklich mit meiner über 40-jährigen Erfahrung mit Scientology, dass ich wirklich nichts zu sagen habe zu so einer so negativen (Doku) …“ sagte John Travolta zu einer Zeitung in Florida.

„Ich wurde dank ihr durch Stürme hindurchgetragen, die für mich alleine unüberwindbar gewesen wären und sie (Scientology) war so wunderbar für mich, dass ich mir nicht im Traum vorstellen könnte, sie zu attackieren“

Es gibt seit ein paar Wochen eine Website über den Religionscharakter von Scientology, den zahlreiche Video-Statements von Religionswissenschaftlern und anderen Persönlichkeiten bestätigen:

www.scientologyreligion.org

Auf der Website  www.scientologynews.org werden die 50 weltweiten neuen Kircheneröffnungen der letzten 10 Jahre gezeigt und es sprechen Bürgermeister, Stadträte, Polizeibeamte, Religionsführer usw. über die Hilfe, die unsere Kirche, und ihre Mitglieder der Gesellschaft in ihrem Land gegeben haben.

Von all diesen Dingen erfährt man in der “Doku” leider nichts.

Scientology ist eine junge Religion. Sie ist neu. Sie wächst rasant. Sie hilft Menschen. Sie hat Lösungen für viele Probleme der Welt. Sie verdient eine faire Berichterstattung.

Hier finden Sie ein Video, welches in Kürze erklärt, wie und wofür wir uns in der Welt einsetzen:

www.scientology.de

Wer bin ich – die grosse Lebensfrage


Wer hat sich nicht schon selbst die Frage gestellt, „bin ich wirklich so“ oder „wer bin ich, dass ich dies tue“, oder „dass ich so reagiere“?

Vom einfachen „wer bin ich“ bis zum esotherischen „bin ich das was ich zu sein glaube“ oder eher mythisch anmutende Varianten von „ich weiss dass ich nicht weiss wer ich bin“, gibt es hunderte Möglichkeiten sich die gleiche Sinnfrage des Lebens wieder und wieder zu stellen. Obwohl es unzählige Varianten der Fragestellung gibt,  gibt es nur eine einzige Person die darauf eine  Antwort finden kann. Sie selbst. Um eine subjektive Realität darüber zu erhalten was Sie eigetnlich suchen, gibt es in der Dianetik und Scientology ein sehr einfaches Verfahren.

Dieses möchte ich Ihnen hier kurz vorstellen, machen Sie mit und führen Sie die nachfolgenden Anweisungen selbst aus:

  1. Schliessen Sie die Augen
  2. Stellen sie sich eine Katze vor
  3. Vergewissern Sie ob Sie bei geschlossenen Augen diese Katze „sehen“ können.
  4. Können Sie diese „sehen“?
  5. Wenn ja, dann zeigen sie jetzt mit geschlossenen Augen mit einem Finger auf den Ort wo sich die Katze befindet.
  6. Beantworten Sie nun die folgende Frage: Wer schaut das Bild der Katze an?

Die Antwort ist: Sie selbst!

Diese Übung gibt Ihnen eine subjektive Realität darüber wer Sie wirklich sind. Scientology ist das Studium des „Ich’s“. Wir nennen es auch das geistige Wesen.

Alle unerwünschten Gefühle, unerklärlichen Sorgen und Ängste, all diese Dinge sind NICHT Sie!  Sie sind ein geistiges Wesen und der Verursacher von Dingen. Sie entscheiden eine Katze zu sehen oder nicht. Wir alle haben eines gemeinsam, den Wunsch zu verstehen was die Ursache ist und etwas zu unternehmen um diese zu beheben und mehr und mehr sich selbst zu werden und auch so zu leben.

Der OCA Persönlichkeitstest ist ein Werkzeug um Bereiche im Leben zu finden, in denen Sie nicht sich selbst sein können. Machen Sie den Test er bewirkt erstaunliche Erkenntnisse.

Hier können Sie den Test kostenlos ausfüllen und eine Auswertung erhalten.

Apell kirchlicher Würdenträger aus Syrien


Die Sanktionen der Europäischen Union gegen Syrien und die Syrer sind unverzüglich aufzuheben

2011 hat die Europäische Union beschlossen, Wirtschaftssanktionen gegen Syrien zu verhängen. Die EU stellte sie als „Sanktionen gegen Persönlichkeiten des Regimes“ dar. Tatsächlich verhängte sie gegen das ganze Land ein Öl-Embargo, eine Blockade jeglicher Finanztransaktionen und ein Handelsverbot für sehr viele Güter und Produkte. Diese Maßnahmen sind immer noch in Kraft.

Dagegen wurde 2012 aufgrund einer schwer verständlichen Entscheidung das Öl-Embargo für die Regionen aufgehoben, die die bewaffnete und dschihadistische Opposition kontrolliert. Dadurch soll offenkundig den sogenannten „revolutionären Kräften und der Opposition“ wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

In diesen 5 Jahren haben die Sanktionen gegen Syrien dazu beigetragen, die syrische Gesellschaft zu zerstören: Sie lieferten sie dem Hunger, Epidemien und Elend aus und arbeiten somit den Milizen von Integralisten und Terroristen, die heute auch in Europa zuschlagen, in die Hand. Die Sanktionen vergrößern die Schäden durch den Krieg, der bereits zu 250.000 Toten, 6 Millionen intern Vertriebenen und 4 Millionen Flüchtlingen geführt hat.

Die Situation in Syrien ist verzweifelt: Es fehlt an Lebensmitteln, es herrscht eine allgemeine Arbeitslosigkeit, medizinische Behandlungen sind unmöglich geworden, Trinkwasser und Strom sind rationiert. Dazu kommt, dass das Embargo die Syrer, die sich bereits vor dem Krieg im Ausland niedergelassen haben, daran hindert, ihren Verwandten und Familienangehörigen im Heimatland Geld zu überweisen. Selbst Nichtregierungsorganisationen, die Hilfsprogramme durchführen möchten, können ihren Mitarbeitern in Syrien kein Geld schicken. Firmen, Stromwerke, Wasserwerke, und Krankenhäuser sind gezwungen, zu schließen, weil sie keine Ersatzteile und kein Benzin bekommen können.

Heute sehen die Syrer nur eine Möglichkeit für das Überleben ihrer Familien: die Flucht aus ihrem Land. Aber auch diese Lösung stößt auf nicht wenige Schwierigkeiten und führt zu hitzigen Auseinandersetzungen innerhalb der Europäischen Union. Es kann nicht sein, dass die Flucht die einzige Lösung ist, die die internationale Gemeinschaft diesen Menschen in ihrer Not noch lässt.

Wir unterstützen deshalb alle Initiativen humanitären Charakters und alle Initiativen für den Frieden von Seiten der internationalen Gemeinschaft, insbesondere die schwierigen Verhandlungen in Genf. In der Erwartung und der Hoffnung, dass sie nach so vielen bitteren Enttäuschungen ein konkretes Ergebnis bringen, fordern wir, dass die Sanktionen, die im tagtäglichen Leben jedes Syrers zu spüren sind, unverzüglich aufgehoben werden. Ohne konkrete Anstrengungen für die Menschen, die heute unter den Folgen des Embargos leiden, kann es nicht zu dem ersehnten Frieden kommen. Die Auswirkungen des Embargo lasten auf dem ganzen Volk.

Das Gerede über die Kriegsflüchtlinge aus Syrien sieht nach purer Heuchelei aus, solange man gleichzeitig diejenigen, die in Syrien bleiben, weiter aushungert, ihnen die medizinische Versorgung, Trinkwasser, Arbeit, Sicherheit und die elementarsten Rechte verweigert.

Wir wenden uns deshalb an die Abgeordneten und Bürgermeister jedes Landes, damit die Bürger der Europäischen Union (bis heute absolut unwissend) über die Ungerechtigkeit der Sanktionen gegen Syrien informiert werden und die Sanktionen endlich Gegenstand einer ernsthaften Debatte und entsprechender Beschlüsse werden.

Unterzeichner:

Georges Abou Khazen, Apostolischer Vikar von Aleppo
Pierbattista Pizzaballa, Kustos emeritus des Heiligen Landes
Josef Tobji, Erzbischof der Maroniten von Aleppo
Boutros Marayati, Armenischer Bischof von Aleppo
Die Schwestern der Kongregation des heiligen Josef der Erscheinung des Krankenhauses „Saint Louis“ von Aleppo
Ordensgemeinschaft der Trappistinnen in Syrien
Dr. Nabil Antaki, Arzt in Aleppo von der Ordensgemeinschaft der Gesellschaft Maria
Die Schwestern der Kongregation der immerwährenden Hilfe – Zentrum für Minderjährige und Waise von Marmarita
Pater Firas Loufti, Franziskaner
Jean – Clement Jeanbart, griechisch-orthodoxer Erzbischof von Aleppo
Jacques Behnan Hindo, syrisch-katholischer Bischof von Hassake – Nisibi
Mtanios Haddad, Archimandrit der katholisch – melkitischen Kirche
Hilarion Capucci, emerit. Erzbischof der melkitischen griechisch-kath. Kirche
Ignaz Youssef III Younan, Patriarch der unierten syrisch-kath. Kirche von Antiochien
Georges Masri, Prokurator beim Heiligen Stuhl der syr.isch-kath. Kirche
Gregor III Laham, Patriarch der melkitisch griechisch-kath. Kirche

Orginaltext: „Basta sanzioni alla Siria e ai Siriani“
Übersetzung aus dem Italienischen: Bernd Duschner
Quelle: http://antikrieg.com/aktuell/2016_06_18_appell.htm