Die Sea Org der Scientology Kirche, Abtreibung und Kindererziehung


Wohl um das Sommerloch zu stopfen, wurde in den USA kürzlich eine neue „Front gegen Scientology“ eröffnet.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis Hugo Stamm und seinesgleichen diese Front auch im deutschsprachigen Raum eröffnen, was nun auch gemacht wurde.

Es ist auch nicht verwunderlich, weshalb Hugo Stamm gerade bei diesem brisanten Thema die Originalschriften L. Ron Hubbards überhaupt nicht zu Rate zog, denn so wäre die Kontroverse schnell vorbei gewesen. Wer das Buch „Dianetik – Der Leitfaden für den menschlichen Verstand“ gelesen hat weiss, dass L. Ron Hubbard gegen Abtreibung (nicht gegen Verhütung) war und welche psychischen Auswirkungen eine Abtreibung auf die Mutter und eventuell bei einem Scheitern des Versuchs (das Buch wurde 1950 geschrieben) auch auf das Kind haben kann.
Die nachfolgenden Zeilen wurden von einem ehemaligen Sea-Org Mitglied geschrieben, welches sich für Kinder kriegen entschieden hat und deshalb aus der Sea-Org (oder See-Organisation, religiöser Orden der Scientology Religion) austrat:

Als ein ehemaliges Mitglied der Sea-Org der Scientology Kirche (entfernt vielleicht vergleichbar wie ein Kloster für die Katholische Kirche) möchte ich meine persönlichen Erfahrungen mitteilen.

Die Arbeit eines Sea-Org-Mitglieds lässt sich mit der eines Missionars vergleichen: Man ist ganztägig mit den kirchlichen Aktivitäten beschäftigt, man hat sich dafür entschieden, und es ist sicherlich kein 08/15-Job. Bei solch einer intensiven Beschäftigung ist es fast unmöglich, sich gleichzeitig genügend um seine eigenen Kinder kümmern zu können, und so hatte ich mich entschieden, die Sea-Org zu verlassen, um Kinder zu haben. Denn ist es ehrlich gesagt nicht so, dass Frauen sich die ganze Zeit zwischen Karriere und Kinder entscheiden müssen? Eine arbeitsintensive Anstellung lässt sich schwierig mit dem Gründen einer Familie vereinbaren.

Viele Geschäftsfrauen in den USA, die Teilhaberinnen werden möchten, schieben das Kinderkriegen bis in ihre Vierziger auf oder verzichten ganz darauf, weil sie ohne 70-Stundenwoche keine Karriere machen würden. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass eine Frau eine ungeplante Schwangerschaft abbricht, weil sie ihre hart erarbeitete Position in der Firma oder sonst im Leben nicht verlieren will.

Nicht viele Frauen schaffen es, sowohl eine erfolgreiche Karriere wie auch eine Familie zu haben. Man muss selber Prioritäten setzen, und viele wählen dabei die Familie, andere wählen ihre Arbeit. Schlussendlich ist es die eigene Entscheidung, mit der man dann leben muss.

Wie arbeitsintensiv das Leben in der Sea-Org auch sein mag, es ist unmöglich, dass ein Vorgesetzter jemanden zu einer Abtreibung zwingt, genau so wie er eine Person nicht dazu zwingen kann, zu essen oder ihr Zimmer aufzuräumen. Man verliert seine Rechte nicht, wenn man der Sea-Org beitritt. Aber Kinder brauchen Zeit und Aufmerksamkeit, die man als Sea-Org Mitglied einfach nicht genügend haben würde. Also muss man eine Wahl treffen.

Es ist sicherlich keine leichte Wahl, deshalb mag sich jemand wohl besser fühlen, jemand anderem die Schuld zu geben, wenn man die eigene Wahl im Nachhinein bereut. Mit Schuldgefühlen lässt sich schlecht leben. Aber leider ist es so, dass man manchmal Entscheidungen im Leben treffen muss: Man wägt das Für und Wider ab, man übernimmt Verantwortung, und lebt mit den möglichen Konsequenzen.
E.B.

Tatort ohne Verbrechen: Sofia Milos und Scientology


Blick Scientology und Sofia Milos

Sofia Milos (39) ist schön, erfolgreich und verzaubert bald an der Seite von Stefan Gubser (52) in «Tatort» die SF-Zuschauer.

So der Text im Blick, welcher jedoch ein düsteres Ziel hat. Bereits im Untertitel suggerieren die zwei Blick-Journalisten Samuel Bürgler und Aurelia Forrer, dass Sofia Milos ein Geheimnis habe, nein schlimmer ein „dunkles“ noch dazu, welches in Wirklichkeit aber weder dunkel noch ein Geheimnis ist. Im Gegenteil: Blick selbst hat ein Geheimnis nicht Sofia Milos, welche sich ja zu Scientology bekennt. Es geht im Artikel einzig und alleine um die gross angelegte Reaktivierung der eingeschlafenen Kontroverse rund um Scientology. Der Name Tom Cruise wie auch ein überaus „beruhigendes“ Zitat von unserem nationalen Tagi – Sekten Guru Hugo Stamm, dürfen da natürlich nicht fehlen. In diesem Zitat macht Hugo auf Angst, während er gleichzeitig Scientology vorwirft „Angstmacherei“ zu betreiben. Aber solche Manipulationen sind für ihn tägliches Brot, er schafft auch mal locker eine 380° Halskehre mit doppelter Schraube ohne sich was auszurenken. 😉

Obwohl Sofia Milos sich gegenüber BLICK nicht zu ihrer Religionszugehörigkeit äussern wollte und so zu Recht dem Urteil „Werbung für Scientology zu machen“ vorerst entgehen konnte, wurden die Sektenjäger natürlich fündig. „Der Star mit griechischen Wurzeln (Achtung Anmerkung: Schuldenkrise Griechenland’s = alle Griechen haben Schulden, lässt grüssen) werbe jedoch auf ihrer Website für die Gemeinschaft“ Darauf gab es dann nochmals eine Lektion in „Stamm’scher Menschenkenntnis“ wo er aufgrund der Website http://www.sofiamilos.com das natürlich absolute, nicht anzweifelbare pathologische Urteil fällte, dass Sofia Milos hochgradig verblendet sei. Als Begründung musste ein auf der Website gefundener Link auf eine Website der Scientology herhalten.

Obwohl Milos noch nicht im «Tatort» zu sehen sei, habe der BLICK doch tatsächlich bereits einen BLICK-Leser gefunden, welcher sich äusserst besorgt darüber zeige, dass Milos eine mit öffentlichen Geldern finanzierte Plattform als Werbeträgerin erhalte. Hat der Blick sowenig Leser, dass eine einzige Reaktion herhalten muss?
Offensichtlich ist sich wenigstens der Leiter Fernsehfilm und Serie SF, Peter Studhalter bewusst, dass in der Schweiz die Menschenrechte geachtete werden müssen, er liess sich wie folgt zitieren:

Wir wussten, dass Sofia Milos Mitglied von Scientology ist. Dies ist Teil ihres Privatlebens und hat nichts mit ihrer Rolle in ‹Tatort› zu tun. Deshalb wird sie dazu keine Auskunft geben.

Fazit: Kein Verbrechen weit und breit in Sicht, Hauptsache der Blick hatte ne Story mit welcher man die Menschen zum Kauf des Blicks bewegen konnte.