Scientology Beobachtung: Wie der Verfassungschutz die Deutschen für dumm verkauft


Scientology Diskussion: Blendwerk für die Öffentlichkeit des Verfassungsschutzes.
Scientology Kirche verlangt Einstellung der Verfassungsschutz (VS) -Beobachtung in Baden-Württemberg

Angesichts der kürzlichen Presseinformation des Baden-Württembergischen Innenministers Rech erhebt die Scientology Kirche Deutschland e.V. massive Vorwürfe gegen die diskriminierende VS-Überwachung und bezeichnet sie als politisches Blendwerk für die Öffentlichkeit, um diese gezielt mit Fehlinformationen zu manipulieren.

Seit Jahren wird vom VS und Behörden mit fiktiven Zahlen jongliert. Je nach Bedarf werden diese nach oben oder nach unten definiert, entweder um einen künstlichen Handlungsbedarf zum Thema Scientology zu suggerieren oder den angeblichen Erfolg der eigenen Arbeit darzustellen. Ebenso künstlich sind behauptete Scientology Strategien und angebliche finanzielle Interessen für das Land Baden-Württemberg.

Das Magazin FOCUS berichtete bereits am 9. Dez.2002 unter Bezugnahme auf einen Bericht des Bremer Senats, dass nach jahrelangen Ermittlungen des BKA „sich keine Anhaltspunkte für ein strafrechtliches Verhalten der Scientology-Organisation ergeben“ hatten. Das Magazin DER SPIEGEL bestätigte dies erneut mit Bericht vom 22. Sept. 2008 unter Bezugnahme auf einen vertraulichen Bericht der VS-Behörden. Und am 21. Nov. 2008 berichtete der FOCUS unter Bezugnahme auf den damaligen Staatssekretär Hanning im BMI: „Laut Verfassungsschutz gibt es keine ausreichenden Hinweise für eine Verfassungswidrigkeit von Scientology.“ Der frühere Präsident des VS-NRW, Fritz-Achim Baumann, hatte diese Erkenntnis bereits in einem Interview mit dem Magazin STERN – „Kein Fall für Schlapphüte“ – in der Ausgabe vom 2.9.1999 öffentlich zugegeben. Diese Fakten bestätigen: Die Scientology Kirche achtet Recht und Gesetz des Landes und tut dies seit ihrer Gründung vor 40 Jahren. Die mittlerweile 13 Jahre andauernde VS-Beobachtung hat diese Tatsache letztlich bestätigt, nur wird dieser Befund der Öffentlichkeit bewusst vorenthalten.

Wikileaks hat dies im Dezember 2010 in Hamburg erneut deutlich gemacht und offengelegt, wie die Öffentlichkeit manipuliert wird. Gegenüber Vertretern des US Konsulats in Hamburg machten die Hamburger VS-Vertreter am 19. Dez. 2007 klar, dass sie Scientology nicht als eine Bedrohung ansehen. Dennoch wurde von Politikern aus rein wahltaktischen Gründen mit Blick auf die damals anstehende Bürgerschaftswahl in Hamburg ein Verbotsverfahren gegen Scientology in den Raum gestellt, weil man sich Wählerstimmen erhoffte. Gleichzeitig erwarteten dieselben Politiker, dass die Sache nach den Wahlen im Sande verläuft. Die TAZ in Hamburg berichtete am 20. Dez. 2010 kurz vor Weihnachten unter der Überschrift „Verbot als Wahlkampfmanöver“ über diese politischen Strategien. Auch in Baden-Württemberg stehen demnächst Wahlen vor der Tür und sicherlich werden bereits jetzt politische Strategien ausgeheckt. Hier könnte man sich ebenso fragen: Scientology Diskussion – ein Blendwerk für die Öffentlichkeit und wahltaktisches Ablenkungsmanöver von Stuttgart 21?

Die Scientology Kirche steht auf den Grundsätzen eines demokratischen Rechtsstaates, in dem die Trennung von Religion und Staat praktiziert wird und in dem sich die staatlichen Vertreter an den Menschenrechten als oberste Handlungsmaxime orientieren.

Die Scientology Kirche ist dabei eine vollständige Dokumentation über die Fehlinformationen des VS und die Hintergründe der Diskussion zusammenzustellen. Sie hat bereits vor Monaten zwei neue Webseiten ins Internet gestellt: http://scientology-verfassungsschutz.de und http://www.scientology-fakten.de . Auf diesen Webseiten findet man Fakten zu zahlreichen Aspekten von Scientology aber auch Korrekturen zu eklatanten Falschmeldungen über sie u.a. auch über Aussteiger-Stories, die schlicht erfunden sind.

Bisher hat der VS Baden-Württemberg das Gespräch verweigert. Trotzdem wird die Scientology Kirche das Gespräch auch mit Innenminister Rech erneut suchen, um diese Art von Informationspolitik zu thematisieren, die nicht an den Grundsätzen der Verfassung und der Menschenrechte orientiert ist und um eine Einstellung der Überwachung zu verlangen.

Die Scientology Kirche wird sich in Baden Württemberg vermehrt auf Information der Öffentlichkeit konzentrieren. Dazu gehören Info-Stände, Tage der Offenen Türe, Vorträge, Broschüren, aber auch eine Verstärkung der Drogenpräventionskampagnen, die bereits heute auf sehr positive Feedbacks stossen.

Dazu wird sie ihre Präsenz auf dem Internet weiter verstärken, um der Öffentlichkeit Informationen aus erster Hand zu bieten. Allein die Internet Seite http://www.scientology.de stösst auf riesiges Interesse und bietet u.a. die Möglichkeit einzelnen Scientologen zu begegnen.

Für weitere Informationen: Scientology Kirche Deutschland e.V. Jürg Stettler Tel. 089 278 177 32 oder 0178 545 63 00

Verwaltungsgericht Ansbach: Weiterer Sieg für Scientology


Die Scientology Kirche unterhält keine „Arbeitsstellen“ – Mitglieder werden vorrangig aufgrund ihrer religiösen Motivation tätig In einem seit 15 Jahren mit der Hauptfürsorgestelle Mittelfranken währenden Konflikt liegt nun erstmals ein Urteil des Verwaltungsgerichts vor. Es betrifft die Frage, ob die hauptamtliche Tätigkeit der aktiven Mitglieder der Scientology Kirche ein „Arbeitsplatz“ im Sinne des Schwerbehindertenrechts darstellt und die Scientology-Gemeinde deshalb für die Nichteinstellung von Schwerbehinderten eine Ausgleichsabgabe an den Staat abzuführen hat. Konkret ging es um das Jahr 1993 und einen Betrag von 19.500 EURO.
Das Verwaltungsgericht Ansbach hat aufgrund der Gerichtsverhandlung vom 2.12.2010 entschieden, dass der Behördenbescheid in seiner letzten Fassung aus dem Jahre 2007 aufzuheben ist. Die Behörde hat auch die notwendigen Kosten der klagenden Scientology Gemeinde zu tragen. Das Gericht schloss sich dabei der Begründung eines rechtskräftigen Urteils des Sozialgerichts Nürnberg vom 19.1.2000 in einer ähnlich gelagerten Klage desselben Klägers gegen die damalige Bundesanstalt für Arbeit an.
Sowohl das Sozialgericht wie auch jetzt das Verwaltungsgericht – wie den Hinweisen des Gerichts während der Verhandlung zu entnehmen war – kamen zu dem Schluss, dass die hauptamtliche Tätigkeit der Vereinsmitglieder der Scientology Gemeinde keine „Arbeitsstelle“ im Sinne des Gesetzes darstellt. Und selbst wenn ihre Tätigkeit als solche anzusehen wäre, könnte sich die Scientology Kirche auf die Ausnahmebestimmung im Gesetz berufen. Diese Bestimmung besagt, dass als Arbeitsplätze nicht jene Stellen gelten, auf denen Personen tätig werden, deren Tätigkeit nicht in erster Linie ihrem Erwerb dient, sondern vorrangig durch Beweggründe karitativer oder religiöser Art bestimmt ist.
Eine Sprecherin der Scientology Kirche Bayern e.V. wies daraufhin, dass nur Mitglieder und überzeugte Anhänger der Scientology-Religion hauptamtlich tätig werden können. Sie tun dies auch vorrangig aufgrund ihres Idealismus und decken ihren Lebensunterhalt durch anderweitige Tätigkeiten außerhalb der Scientology-Gemeinde. Natürlich werden auch schwerbehinderte Mitglieder bei der Kirche tätig.
Frau Eilzer als Sprecherin der Scientology Kirche Bayern sagte dazu: „Wir sind sehr erfreut über dieses positive Urteil und hoffen, dass damit dieser langjährige Konflikt endlich sein Ende gefunden hat. Das Urteil bestätigt die religiös-idealistische Motivation unserer Gemeindemitglieder, die sie zu ihrem selbstlosen Einsatz zur Ausübung und Verbreitung der Scientology-Religion bewegt, um eine bessere Welt zu erschaffen. Denn das hat diese bitter nötig.“ Sie weist darauf hin, dass angesichts der um sich greifenden Probleme von Drogenkonsum, Analphabetismus, Missachtung der Menschenrechte und darauf aufbauender Konflikte Scientologen einen hervorragenden Einsatz nicht nur in Bayern sondern überall in der Welt leisten. Mitglieder der Scientology Kirche waren auch bei den schlimmsten Umweltkatastrophen aktiv, um den betroffenen Menschen vor Ort zu helfen, so z.B. bei der Beseitigung der von Tsunamis verursachten Schäden in der Region Südostasiens, den Hurrican-Hochwasserschäden im Süden der USA oder zuletzt der schlimmen Erdbebenkatastrophe in Haiti.
Weitere Informationen:
Pressedienst der SK Bayern e.V. im Auftrag der Scientology Kirche Deutschland e.V., Beichstraße 12, 80802 München, Ansprechpartner: Jürg Stettler, TEL. 089-27817732 oder 0178-5456300, eMail: kontakt@skdev.de, http://www.skb-pressedienst.de

Die Programmbeschwerde über Manipulation, ZDF Talk-Show Markus Lanz zu Scientology


Hier lesen Sie die gesamte Story über die ZDF Talk-Show Markus-Lanz zu Scientology

Die Programmbeschwerde:

Ich möchte im Namen der Scientology Kirche Deutschland e.V. zu dieser Talkshow folgende Programmbeschwerde einreichen. Zunächst möchte ich aufzeigen, wie es zu dieser Talkshow zum Thema Scientology kam:

Vorgeschichte:
Anfang April 2010 erfuhren wir davon, dass die Talkshow von Markus Lanz das Thema Scientology thematisieren wollte.
Ich rief daraufhin in der Redaktion der Talkshow an und bot an, daran teilzunehmen. Als Antwort wurde mir mitgeteilt, der Termin stehe noch nicht fest. Die Redaktion würde sich wieder bei mir melden. Man bestätigte mir, dass es geplant sei einen Vertreter der Scientology Kirche teilnehmen zu lassen.

Zufällig fand ich am Abend des 22.4.2010 heraus, dass die besagte Talkshow bereits an diesem Abend angesetzt war, ohne dass ich je von der Redaktion zwecks einer Teilnahme erneut kontaktiert worden wäre. Angekündigte Teilnehmer: 2 Ex-Scientologen: Wilfried Handl und Elke Kleve, sowie deren Mutter.

Die Informationen der beiden Ex-Mitglieder und der Mutter waren in Teilen absolut unwahr und ansonsten gewollt einseitig und gefärbt, um vorgefasste Vorurteile gegen die Scientology Kirche zu bestärken.

Ich rief am Tage nach Ausstrahlung der Sendung erneut die Redaktion an und erhielt die unrichtige Auskunft, dass es sich nicht um das Thema Scientology als solches gehandelt habe, sondern um „Schicksale“ einzelner Personen. Entsprechend hätten sie kurzfristig auf meine Teilnahme als Sprecher der Scientology Kirche verzichtet.

Ich brachte mein Unverständnis und meine Ablehnung der Vorgehensweise wie auch der einseitigen und unwahren Berichterstattung zum Ausdruck und verlangte einen Lösungsvorschlag, wie die in der Sendung verbreiteten Unwahrheiten korrigiert werden könnten.

Redakteur Markus Fieser schlug daraufhin vor, das Thema Scientology mal in ganz anderer Weise vorzustellen, indem zwei überzeugte Scientologen – sonst niemand – in die Talk-Show eingeladen würden, um – durchaus auch kritisch hinterfragt – zu ihren Erfahrungen befragt zu werden und diese darzulegen.

Der Pressesprecher der Scientology Kirche Hamburg, Frank Busch, traf sich daraufhin am 28. Mai mit Herrn Fieser in Hamburg, zeigte ihm diverse Dokumente, wie die zwei „Aussteiger“ in der Talkshow vom 22.4.2010 die Unwahrheit verbreitet hatten. Die Idee einer „anders gestalteten“ Sendung mit dem Ziel der Ausgewogenheit und Überparteilichkeit wurde in diesem Gespräch weiter zementiert.

Herr Fieser informierte Frank Busch, dass das genannte Konzept der ausschließlichen Teilnahme zweier Scientologen von seinem Vorgesetzten bewilligt worden sei. Es werde nun aber wohl September werden, bis es realisiert werden könne. Die Fußball-WM und die Sommerpause stünden vor der Türe und kämen in die Quere.

Im September wurde von Herrn Fieser mitgeteilt, dass diese Nachfolgesendung zu Scientology wohl erst im Oktober Realität werden würde.

Anfangs Oktober wollten wir – als Zeichen unseres guten Willens – Herrn Markus Fieser zur Jahresversammlung der Internationalen Scientology-Vereinigung in England einladen, damit er sich mal sein eigenes Bild aus unmittelbarer Anschauung machen kann. Er zeigte grosses Interesse, doch es kam dann doch nicht zum Besuch dieser Veranstaltung.

Mitte Oktober meldete sich Herr Fieser erneut per Email bei mir. Es schaue so aus, dass es mit der Talkshow bald klappen werde. Ich möge ihn doch kontaktieren.

Gesagt, getan: Herr Fieser teilte mir mit, dass sie eine Talkshow unter Teilnahme von Herrn Wilfried Handl (s.o.) und meiner Person beabsichtigten. Auf meinen Einwand hin, dass es doch langsam öde sei, immer nur Herrn Handl zu hören, meinte Herr Fieser, sie seien dabei, alternativ ein anderes Ex-Mitglied zu suchen.

Ein paar Tage später rief er mich erneut an, teilte mit, dass das Konzept nun stehe: Handl und ein weiterer Aussteiger „gegen“ Stettler. Der zweite Aussteiger sei noch nicht ganz sicher gestellt. Sofortiger Protest meinerseits: es ist zu einseitig und inakzeptabel, da aus dem ursprünglichen 2:0 Konzept im Sinne der Ausgewogenheit des Gesamt-programms nun wieder eine 1:2 Version zum Nachteil von Scientology wird und damit das genaue Gegenteil zum Tragen kommt.

Herr Fieser nahm dies zur Kenntnis. Er versuchte mich mit der Aussage zu beschwichtigen, dass sich vielleicht sowieso kein zweiter Aussteiger fände.

Zwei Tage später rief er mich wieder an: Es stehe nun fest. Handl und der Aussteiger Markus S. hätten beide zugesagt.

Wenn ich nicht daran teilnehme, dann würden halt erneut zwei Aussteiger eine halbe Stunde lang ihre einseitige Sicht der Dinge unwidersprochen berichten können.

Nach reiflicher Überlegung – und zahlreichen Mails, Telefonaten – sandte ich der Redaktion zum Schluss ein Mail: ich sei bereit an der Talkshow teilzunehmen, wenn sichergestellt ist, dass die Seite der Scientology die Hälfte der Redezeit erhalte und in der Sendung keine Überrumpelungsmanöver wie z.B. durch unangekündigte Überraschungsgäste stattfinden. Außerdem bestand ich darauf, dass zum Zwecke der Ausgeglichenheit der Diskussion zumindest ein zweiter Scientologe im Publikum platziert ist, der „verkabelt“ in die Diskussion eingreifen könnte. Falls der Sendebeitrag später geschnitten (gekürzt) werden würde, müssten die Pro und Kontra Teile dennoch ausgewogen bleiben.

Antwort Markus Fieser: per Mail am 29.10. um 12:32:
„Hiermit bestätige ich Ihnen, nach Absprache mit meinem Geschäftsführer, die unten genannten Bedingungen“.
Die da waren:
„Ich möchte bestätigt haben, dass die folgenden Bedingungen eingehalten werden:
..
Gesprächszeit 50:50%

auch wenn danach geschnitten werden sollte, müssen die beiden Pro und Kontra Parts gleich bleiben“.

Die Sendung, Ausstrahlung vorgesehen für den 4.11., sollte am 1.11. aufgezeichnet werden.

Noch am Samstag vor der Aufzeichnung der Sendung fand zwischen Herrn Fieser und mir ein längeres Gespräch statt. Nach einer Stunde meinte er, dass er der Redaktion über die angenehme Atmosphäre unseres Gespräches berichten werde. Meine Argumente in der Diskussion mit ihm seien überzeugend.

Am darauffolgenden Montag trafen zur gegebenen Zeit Frank Busch (der später verkabelt im Publikum saß, aber nie zu Wort kam) und ich im Studio ein.

Herr Fieser und Herr Markus Lanz bestätigten in einem kurzen Empfangsgespräch die veranschlagte Dauer der Sendung zum Thema Scientology von ca. 30 – 35 Minuten. Sie werde 1:1 am darauffolgenden Donnerstag ausgestrahlt. Es werde nicht geschnitten.

Die anschließende Diskussionsrunde verlief hitzig. Schon während der Aufzeichnung protestierte ich gegen die z.T einseitige Gesprächsführung. Das Wort wurde immer wieder den zwei Aussteigern gegeben. Um überhaupt zu Wort zu kommen, musste ich das Wort im wahrsten Sinne ergreifen. Am Ende belief sich mein Anteil an der ungeschnittenen Gesprächsrunde auf ca. 35 Prozent, der Anteil der Kontrahenten auf ca. 65%. Also überhaupt nicht ausgeglichen.

Kritische Fragen gegen die zwei Aussteiger gab es nicht. Keine ihrer Aussagen wurde je hinterfragt. Zielscheibe solcher Fragen war im Gegenteil meine Person.

Ich protestierte bei den Redakteuren Lanz und Fieser auch am Ende der Aufzeichnung der Live-Diskussion über die Einseitigkeit der Moderation des Sendebeitrags. Die Herren Lanz und Fieser versuchten mich mit dem Hinweis zufrieden zu stellen, ich hätte in der Kontroverse meine Position gut gehalten. Vor allem hätte ich gegen Wilfried Handl einige Akzente setzen können.

Dies zur Vorgeschichte. Nun zum Grund meiner Beschwerde:
Gross war die Überraschung, als am Donnerstagabend, dem 4.11. 2010, eine ganz andere Talkshow im Fernsehen zu sehen war als jene, bei deren Aufzeichnung ich Teil genommen hatte. Zahlreiche wichtige Äußerungen von mir wurden einfach aus der Sendung herausgeschnitten. Nach meiner Erinnerung wurden aus der eigentlichen Diskussionsrunde fast 50% meiner Aussagen herausgeschnitten. Im Vergleich dazu wurden ganz wenige Einzeläußerungen der Diskussionskontrahenten herausgeschnitten.

Meine Erwiderungen auf unrichtige Informationen der zwei Kontrahenten waren auf ein Minimum gekürzt.

Die Kürzungen betrafen auch Beiträge, die Hintergründe zur Kontroverse um Scientology aufzeigten oder auch allgemeine Informationen zu Scientology gaben.

Einige Beispiele – basierend auf meiner Erinnerung:
So waren z.B. Aussagen zum Hintergrund von Wilfried Handl betroffen. Diese zeigten auf, dass er – entgegen seiner Behauptungen – vor mehr als 27 Jahren nur einige Monate aushilfsweise Leiter einer kleinen Gemeinde in Wien gewesen war und dreimal vor die Tür gesetzt worden war, somit also nicht den von ihm vorgegebenen Sachverstand besitzt.

Auch die Frage von Herrn Lanz, wieso Herr Handl vor die Tür gesetzt worden sei, wurde von mir damit beantwortet, dass er zuvor Mitglied einer terroristischen Vereinigung in Österreich gewesen war und dort sogar den Bau von Bomben erlernt habe.

Auch die darauf erfolgte Rechtfertigung des Herrn Handl, dass es sich „nur“ um Molotow-Cocktails gehandelt habe, wurde aus dem Sendebeitrag herausgeschnitten und wegzensiert.

Spätere Hinweise von mir, dass Handl offenbar nicht der vorgebliche „Experte“ sein könne, wenn er bereits vor 27 Jahren als hauptamtliches Mitglied entlassen worden sei, wurden wegzensiert. Den Zuschauern wollte man diese Information offenbar vorenthalten.

Meine Antwort auf die Frage des Moderators, warum Mitglieder der Kirche Pfeffersprays benutzen, fand sich nicht mehr. Diese Antwort bestand nämlich aus meinem Hinweis auf die wiederholt von Fanatikern begangenen massiven Sachbeschädigungen an Kirchenobjekten.

Mein Protest gegen die unfaire Diskussionsführung wurde ebenfalls geschnitten, nachdem die zwei Kontrahenten minutenlang abwechslungsweise ihre Vorwürfe ohne Widerspruch gegen die von mir vertretene Gemeinschaft verbreiten durften. So erhielt der Zuschauer des öfteren den falschen Eindruck, dass ich lammfromm den Vorwürfen zuhöre und diesen nichts entgegenzusetzen habe.

Moderator Lanz gab dies während der Diskussion einmal selbst zu erkennen, als er sagte, dass er mir doch wieder mal das Wort erteilen müsse, ich bekäme sonst einen dicken Hals.

Meine Replik dass ich den sowieso schon seit jeher aufgrund meines Körperbaus habe verursachte Erheiterung. Diese ganze Sequenz sowie meine darauf folgende Erwiderung auf die zuvor ausgesprochenen Vorwürfe wurden herausgeschnitten.

Wiederholte Ausdrücke des Protests auf meiner Seite (Kopfschütteln, Verlangen des Wortes) fanden sich in dem ausgestrahlten Sendebeitrag nicht mehr.

Auch meine Aufforderung an Publikum und Zuschauer, man möge sich doch bitte selbst ein eigenes Bild machen, indem sie z.B. unsere Internet-Websites besuchen, wurde zensiert.

Eine Aussage des Diskussionsteilnehmers Markus S. vom Ende der Talkshow zum Thema Scientology wurde schlicht in die zeitliche Mitte der Sendung hinein geschnitten!

Meine ausführliche Antwort auf die Frage des Moderators Markus Lanz: „Warum sind Sie Scientologe geworden? Was gibt Ihnen das?“ wurde herausgeschnitten und eine spätere kurze Äußerung „ich fühle mich spirituell viel freier“ an seine Stelle gesetzt.

Es gab zahlreiche weitere manipulative Zusammenschnitte, die leicht zu dokumentieren sind, wenn man die Originalaufzeichnung und die manipulierte Version gegenüberstellt.

Die ausgestrahlte Diskussion dauerte 29 Minuten. Mein Gesprächsanteil belief sich auf ca. 7 Minuten, d.h. noch weniger als 25%.

Der tatsächliche Verlauf der Diskussion war nicht mehr wieder zu erkennen.

Die schriftliche Bestätigung der Redaktion an mich mit der Zusage eines Redeanteils von 50% vom Zeitpunkt vor der Aufzeichnung der Sendung wurde damit zur Farce.

Ich habe mich gleich nach Ausstrahlung der Sendung direkt bei Herrn Markus Fieser schriftlich beschwert. Bis heute kam keine Antwort, Rechtfertigung oder Entschuldigung.

Mir geht es hier nicht zuerst um die Moderationsführung der Diskussion um das Thema Scientology, sondern um grundsätzliche Verhaltensfragen einer Fernsehredaktion, die für sich den Anspruch der Wahrhaftigkeit und korrekten Information der Öffentlichkeit erhebt.

Wenn dem Zuschauer zusätzlich der unrichtige Eindruck suggeriert wird, es handle sich um eine „Live“-Show, wo er in ausgewogener Weise mit den unterschiedlichen Standpunkten konfrontiert wird, so ist das umso mehr fragwürdig. Das traf hier eben überhaupt nicht zu.

Die Richtlinien für Sendungen des ZDF in der Fassung vom 11.12.2009 wurden in der hier angesprochenen Sendung der Markus-Lanz-Talkshow eklatant verletzt, d.h. konkret die folgenden Ziffern dieser Richtlinien:

Ziffer I (4)verlangt von der Berichterstattung den „vorbehaltlosen Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit“.

Durch Herausschneiden meiner Antworten und Diskussionsbeiträgen wurde dieser vorbehaltlose Wille zur Wahrhaftigkeit mit Füßen getreten.

Ziffer III (4)gebietet die Darstellung der wesentlichen Informationen zum Zwecke der eigenen Meinungsbildung der Bürger und untersagt die Manipulation derer Meinung durch Weglassen wichtiger Tatsachen, durch Verfälschung und durch Suggestivmethoden.

Genau dies ist hier geschehen durch Herausschneiden meiner Antworten auf kritische und unkritische Fragen, meiner Reaktionen auf Unwahrheiten, sowie durch Herausschneiden von Äußerungen der Diskussionskontrahenten, mittels derer sie sich selbst diskreditierten und ihre eigene Glaubwürdigkeit in Frage stellten. Mittels dieser Suggestivmethode sollte aus der Sicht der Zuschauer meine Glaubwürdigkeit herabgewürdigt und die Glaubwürdigkeit der Diskussionskontrahenten heraufgesetzt werden.

Ziffer III (5)verlangt von der Fernsehanstalt die Ausgewogenheit des Gesamtprogramms auch bei strittigen Fragen.

Der ursprüngliche Vorschlag der Redaktion vom Mai 2010 (2 Scientologen in der Show) hätte dieser Richtlinie Genüge getan, nachdem eben im April das Thema Scientology nur aus der Sicht des Gegners präsentiert worden war.

Dieses Konzept wurde aber dann aus mir unbekannten Gründen über den Haufen geworfen.

Die besagte Talkshow Redaktion fühlt sich offenbar nicht dem Gebot der Ausgewogenheit verpflichtet oder wurde angewiesen, diese zu missachten. Dies ergibt sich daraus, dass diese Talkshow im November aufgrund der einseitigen Gesprächsführung unter Missachtung der Zusage einer 50:50-Ausgewogenheit beim Gesprächsanteil eher der Täuschung der Zuschauer verpflichtet war.

Noch mehr ergibt sich dies aus dem Zusammenschnitt und dem Herausschneiden meiner Erwiderungen auf einzelne Vorwürfe und Behauptungen. Dem Grundsatz der Überparteilichkeit und Unparteilichkeit diente dieses Verhalten jedenfalls nicht.

Durch das zuvor beschriebene Verhalten der Redaktion der Markus-Lanz-Show wurde auch Ziffer III (6) der Richtlinien verletzt, die ausdrücklich gebietet, dass gegensätzliche Standpunkte gleichwertig behandelt werden. Das Gebot journalistischer Fairness wurde durch das oben dargestellte Verhalten geradezu mit Füßen getreten.

Letztlich war diese Fernseh-Talk-Show offenbar nicht dem Grundsatz der Toleranz gegenüber der Achtung von Glauben, Meinung und Überzeugung der Mitmenschen im Sinne von Ziffer VII (2)der Richtlinien verpflichtet sondern eher dem Gegenteil, indem Angehörige der Scientology Kirche durchwegs negativ dargestellt werden sollten. .

Ich bitte Sie auf der Grundlage der oben genannten Fakten, die Redaktion der Fernsehtalkshow „Markus Lanz“ mit diesen Pflichtverletzungen journalistischer Fairness zu konfrontieren, sie dazu anzuhören und sich selbst durch Gegenüberstellung der ungeschnittenen Talk-Show und der letztlich ausgestrahlten Talk-Show ein eigenes Bild davon zu machen.

Außerdem bitte ich Sie, die Redaktion unter Hinweis auf die üblichen internen Disziplinarmittel der Fernsehanstalt des ZDF zu verpflichten, sich zukünftig an die dargestellten Richtlinien zu halten.

Ich erwarte auch, dass zukünftig sichergestellt ist, dass Zuschauer durch Einblendung eines Textes oder auf ähnliche Weise vom Sender darauf hingewiesen werden, dass es sich um eine zusammengeschnittene Aufzeichnung und keine „Live-Sendung“ handelt. So wären suggestive Täuschungen der Zuschauer von vornherein ausgeschlossen.

Ich erwarte auch einen Vorschlag wie uns die Möglichkeit gegeben wird, die Sicht der Scientology ausgewogen präsentieren zu können.

In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleibe ich

Mit freundlicher Hochachtung

Jürg Stettler

Pressesprecher

Scientology Kirche Deutschland e.V.

Jürg Stettler, Präsident der Scientology Kirche Zürich


Jürg Stettler, Präsident und Pressesprecher der Scientology Kirche Zürich gab ein ausführliches Interview über seine persönliche Sicht über Scientology und nimmt auch zu kritischen Fragen Stellung:

Weitere interessante Artikel rund um Scientology

Frage: Welche Bedeutung hat L. Ron Hubbard für heutige Scientologen?
Jürg Stettler: Er ist der Gründer der Religion. Er wird von vielen Scientologen als aussergewöhnliche Persönlichkeit angesehen, der mit seiner Lehre von Scientology und Dianetik Wege zur spirituellen Entfaltung gezeigt hat.

Frage: Jeder Mensch hat seine starken und seine schwachen Seiten. Wo sehen Sie die grössten Stärken bei L. Ron Hubbard, wo seine grössten Schwächen?
Jürg Stettler: Hubbard hat immer selber geforscht und dabei auch Autoritäten hinterfragt. Eine seiner wichtigsten Thesen war, dass nur das wahr ist, was man selber beobachtet hat. Insofern hat er seine eigene Integrität aufrechterhalten und sich nicht den Meinungen anderer angepasst. Er hatte sicher sehr viele geniale Eigenschaften.
Wie jeder von uns war Hubbard auch nur Mensch und sicher nicht unfehlbar oder “heilig”.

Frage: Wenn Hubbard für Scientology nicht als unfehlbar gilt, wo hat er dann gefehlt? Wo wurde L. Ron Hubbard z.B. von der heutigen Scientology korrigiert? Gibt es dafür ein Beispiel? Oder handelt es sich um eine hypothetische Unfehlbarkeit – so wie es ein Anthroposophe mir gegenüber mal bezüglich Rudolf Steiner ausgedrückt hat: Steiner hätte durchaus irren können, er hat aber nicht.
Jürg Stettler: In seinen Schriften finden sich verschiedentlich Hinweise darüber, dass er sich geirrt hatte oder dass neue Informationen zu anderen Schlüssen geführt haben.
Die Texte von Hubbard werden von der heutigen Scientology nicht umgeschrieben, sondern z.T. vielleicht anders gewichtet.

Frage: Ist Hubbard als Mensch, der sich nicht an die Meinungen anderer angepasst hat, ein Vorbild für heutige Scientologen? Oder müssen diese sich nicht vielmehr an die Meinung Hubbards anpassen, wenn sie Scientologen bleiben wollen?
Jürg Stettler: Die These dass nur das für einen wahr ist was man selber beobachtet hat, gilt für jeden Scientologen und soll von diesen auch bei den Aussagen Hubbards angewendet werden. Selbst Hubbard hat in seinen Vorträgen immer wieder darauf hingewiesen.

Frage: Als „strong man“ der Scientology gilt heute David Miscavige. Wie ist das Verhältnis heutiger Scientologen zu Miscavige?
Jürg Stettler: David Miscavige ist der Vorsitzende des Religious Technology Centers. Die Scientologen achten ihn in dieser Funktion und sehen dass er eine grosse Persönlichkeit ist, die energisch und zielgerichtet arbeitet und dabei auch die menschlichen Kontakte im Umgang mit seiner Umgebung betont.
Er ist ganz sicher ein moderner „Leader“, dem von den Scientologen Hochachtung entgegengebracht wird.

Frage: Wo sehen Sie die Stärken Miscaviges? Wo sind sie mit David Miscavige nicht einverstanden?
Jürg Stettler: Siehe oben. Ich wüsste nicht wo es grundsätzliche Punkte gäbe, mit denen ich nicht einverstanden wäre.

2 Scientology: Religion, Kirche, Sekte, Konzern?

2.1 Religion?

Frage: Scientology will – um jeden Preis, wie es scheint – Religion sein. Weshalb?
Jürg Stettler: Wenn über 30 Religionsexperten, die Scientology studiert haben, und dann einstimmig zum Schluss kommen dass Scientology eine Religion ist und religiöse Ziele verfolgt, so ist dies einfach eine Bestätigung von Tatsachen.
Insofern bestehen wir einfach darauf dass diese Tatsachen zur Kenntnis genommen werden.

Frage: Scientology will doch nicht bloss deshalb eine Religion sein, weil rund 30 der weltweit Tausenden von Religionswissenschaftlern Scientology für eine Religion halten. Da steht doch zweifellos ein eigenes, inneres Anliegen am Anfang?
Jürg Stettler: Selbstverständlich. Wenn sich jemand intensiver mit Scientology befasst so sieht er bald den religiösen Charakter dieser Gemeinschaft und der Lehren.

Frage: L. Ron Hubbard hat selbst erklärt, dass er mit dem Anspruch der Scientology, Religion zu sein, finanzielle und gesellschaftliche Vorteile im Auge hat. Wie soll man da religiöse Absichten noch ernst nehmen?
Jürg Stettler: Diese angeblichen Aussagen wurden entweder misinterprätiert, aus dem Zusammenhang zitiert oder stammen von Quellen die nicht über alle Zweifel erhaben sind. Inzwischen hat sich hundertfach gezeigt, dass Scientology objektiv eine Religion ist und in immer mehr Ländern als solche anerkannt ist.

Frage: Es gibt keine in der Religionswissenschaft allgemein anerkannte, geschweige denn eine “objektive” Definition von Religion. Was meinen Sie damit? In welchem Sinn ist Scientology für Sie Religion?
Jürg Stettler: Scientology befasst sich mit Fragen, die in jeder Religion aufgegriffen werden (wer bin ich, wohin gehe ich, was ist der Sinn des Lebens, was geschieht nach dem Tod, was ist meine Beziehung zu Gott usw), insofern lässt sich Scientology gar nicht anders einordnen.

Frage: Seit wann beansprucht L. Ron Hubbard für die Scientology den Status als Religion?
Jürg Stettler: L. Ron Hubbard hat schon in den frühen 50er Jahren erkannt, dass es eine unsterbliche geistige Identität gibt und dass es eben auch frühere Leben gibt. Es gibt dazu zahlreiche Texte aus diesen Jahren, die diese Entwicklung aufzeigen und wo Hubbard bestätigt, dass Scientology eine Religion ist. Hubbard war ein Forscher. Die Entwicklung zur Religion lässt sich in seinen Schriften sehr gut nachvollziehen.

Frage: Wann hat Hubbard das erste Mal Scientology-Rituale entworfen und wie ausführlich waren die?
Jürg Stettler: Die ersten Scientology Rituale (Taufe, Hochzeit, Beerdigung) stammen aus der Mitte der 50er Jahre. So existiert eine Tonbandaufzeichnung einer Namensgebungszeremonie aus dem Jahre 1957. Die Details der Zeremonien wurden etwas später im Buch “Hintergründe und Zeremonien” zusammengefasst.

Frage: Was ist an diesen Ritualen religiös? Feierliche Trauungen macht auch das Standesamt, Namensgebungsrirtuale gibt?s bei den Pfadfindern, Vorträge am Sonntag bei diversen Vereinen ? all dies ist nicht religiös. Was macht die Rituale Hubbards religiös?
Jürg Stettler: Ich verweise hier auf die Zeremonien und die dabei benutzten Texte, die zeigen, dass sie sich ans geistige Wesen wenden.
Auch die Sonntagsandachten setzen sich mit spirituellen Fragen, der Beziehung zu Gott, seinen Mitmenschen etc auseinander.
So führt die Scientology Kirche auch regelmässig gemeinsame Andachten mit anderen Religionen durch.

Frage: Können Sie die Vorstellung des von ihnen genannten Geistigen Wesens in diesen ersten, von Hubbard entworfenen Ritualen noch etwas präzisieren?
Jürg Stettler: Die Existenz eines höchsten Wesens wird in diesen Zeremonien als Tatsache festgehalten…es wird aber jedem einzelnen selber überlassen, seine eigene Beziehung zu diesem höchsten Wesen zu finden.
Dass der Mensch selber ein geistiges, unsterbliches Wesen ist, ist ein Grundbestandteil der Lehre von Scientology…ist aber auch nicht nur In Scientology zu finden.

Frage: Nehmen die Rituale Bezug auf die Transzendenz – auf ein höheres Wesen oder auf ein höheres Ziel im Sinne des buddhistischen Nirvana?
Jürg Stettler: Wenn man das Glaubensbekenntnis der Scientology Kirche liest, das integrierender Bestandteil jeder dieser Rituale ist so sieht man dass ein höchstes Wesen aber auch das Spirituelle Grundbestandteil dieser Zeremonien sind.

Frage: In den Neunzigerjahren konnte man in der Schweiz Scientology-Werbern begegnen, die religionskritischen Menschen gegenüber den Anspruch der Scientology, Religion zu sein, verniedlicht oder gar bestritten haben. Wie sieht das heute aus?
Jürg Stettler: Es ist ganz klar dass jeder Scientologe weiss, dass Scientology eine Religion ist. So wird auch jedem Interessenten ein Film “Orientierung” gezeigt, in dem das Religiöse im Detail vorgestellt wird. Auch auf den Einschreibeformularen, mit denen ein Kursbesuch beantragt wird, unterschreibt der Interessent dass er zur Kenntnis genommen hat, dass Scientology ihm als Religion vorgestellt wurde.
Insofern können diese Beispiele früher nur Einzelfälle gewesen sein.

Frage: Der Soul-Sänger Isaac Hayes, der dem “Chef” bei der Fernsehserie “South Park” die Stimme gab und wegen einer Satire über Scientology aus eben dieser Serie ausstieg – vorangegangene Satiren über Christentum, Judentum, Mormonentum und Islam hatten Hayes nicht gestört – meint zu seinem Einsatz zur Verbreitung der Scientology-Studiertechnologie in benachteiligten Innenstadt-Schulen in den USA: “It’s not religious.” Hayes scheint damit einer der Einzelfälle zu sein?
Jürg Stettler: Tatsache ist, dass verschiedene Methoden innerhalb der Scientology sich auch im säkularen Leben anwenden lassen. Wenn also z.B. in der Scientology eine Methode existiert wie man effektiver studieren kann und wie man beim Studium der Lehren Hubbards besser vorankommt, so lässt sich diese Methode auch auf andere Wissensgebiete anwenden und dann ist die Methode in diesem Zusammenhang eben nicht religiös.
Ein etwas profaner Vergleich: Wenn man in der Kirche das Abendmahl einnimmt und dabei Traubensaft trinkt, so besteht hier ein religiöser Bezug.
Wenn ich aber im Gasthaus einen Traubensaft bestelle, so kann ich diesen auch ohne religiöse Gefühle trinken.

Frage: Gibt es heute noch Länder, in denen Scientology den Anspruch, Religion zu sein, gar nicht oder nicht mit derselben Vehemenz vertritt wie z.B. in den USA?
Jürg Stettler: Scientology konstituiert sich überall als Religion. Selbstverständlich gibt es einige Ländern die schon fast monotheistisch ausgerichtet sind und in denen die lokalen Regeln über den Auftritt als Minderheits-Religion eingehalten werden, wobei der religiöse Status immer beibehalten wird.

Frage: Wie sieht die Situation in Griechenland aus, wo Scientology in den Neunzigern als “Zentrum für angewandte Philosophie”, nicht aber als “Kirche” auftrat?
Jürg Stettler: Scientology ist in Griechenland seit vielen Jahren als Kirche und somit religiöse Gemeinschaft konstituiert was man auch in ihren Statuten sehen kann. Auch zuvor war der religiöse Bezug in den Statuten zu finden.

Frage: Was empfinden Sie selbst als das besonders Religiöse an Scientology?
Jürg Stettler: Wir gehen davon aus, dass der Mensch ein unsterbliches geistiges Wesen ist, entsprechend gibt es auch eine Wiederverkörperung. Wir gehen davon aus dass es ein höchstes Wesen gibt. Insofern werden auch die wichtigen Fragen jeder religion beantwortet: Wer sind wir, woher kommen wir, wohin gehen wir?

Frage: Wo spielt das Religiöse an Scientology in Ihrem Leben eine Rolle? Wo nehmen Sie auf die Transzendenz (ein höheres Wesen oder ein höheres Ziel im Sinne des buddhistischen Nirvana) Bezug?
Jürg Stettler: Mit dem Wissen dass man ein unsterbliches geistiges Wesen ist geht man natürlich an viele Probleme des Lebens ganz anders heran und bezieht das Spirituelle in den Alltag mit ein. Man strebt nach höherem Bewusstsein und sieht auch in seinem Mitmenschen das Spirituelle. Auch die Einstellung zum Tod ändert sich entsprechend.
Das Leben als solches hat mit Religion zu tun.

2.2 Kirche?

Frage: Im Gegensatz zum englischen Wort “church” meint das deutsche Wort “Kirche” in aller Regel eine christliche Gemeinschaft. Weshalb täuscht die Scientology im deutschen Sprachraum durch die Verwendung dieses Begriffs Christlichkeit vor?
Jürg Stettler: Das Wort “church” lässt sich nur mit “Kirche” übersetzen. Das Wort “Kirche” ist tatsächlich vor allem von christlichen Gemeinschaften besetzt, aber nicht ausschliesslich. Insofern müssen wir auch immer wieder auf den Unterschied hinweisen. Ganz abgesehen davon ist es eine Tatsache, dass der Gebrauch dieses Worten nicht unbedingt von Vorteil ist, haben doch die etablierten Religionsgemeinschaften diesem Begriff nicht unbedingt einen positiven Klang gegeben.

Frage: Wenn der Begriff Kirche so negativ besetzt ist – das Faktum, dass er auch von Scientology verwendet wird, ist angesichts des eher mässigen Prestiges der Scientology in der Oeffentlichkeit vielleicht nicht unbedingt geeignet, das Image des Begriffs zu heben – und sich werbemässig ungünstig bemerkbar macht, warum wählt ihn Scientology dann? Warum nimmt sie nicht Uebertragungen wie “Gemeinschaft”?
Jürg Stettler: Auch unter Scientologen wird immer wieder mal diskutiert und vorgeschlagen den Begriff “Kirche” mit z.B. “Gemeinschaft” zu ersetzen.
Bisher wurde es aber nicht umgesetzt, sondern eher daran gearbeitet, dem bei einigen Menshen negativen Klang des Begriffs “Kirche” einen neutralen Klang zu geben.

2.3 Sekte / vereinnahmende Gemeinschaft?

Frage: Scientology gilt allgemein als recht typisches Beispiel einer Sekte / vereinnahmenden Gemeinschaft / konfliktträchtigen Organisation / Gruppierung mit totalitärer Tendenz. Können Sie das nachvollziehen?
Jürg Stettler: Das Wort “Sekte” wird ausschliesslich von Gegnern dieser Gruppen verwendet. Es dient der gesellschaftlichen Aechtung. Es müsste als Unwort des Jahrzehnts angeprangert werden.
Insofern haben auch “Sektenpfarrer” versucht, diesen Begriff mit ausschliesslich negativen Prädikaten zu kombinieren.
Das Wort hatte mal eine neutrale Definition.
Das Wort ist wohl eine der geschicktesten Wortmanipulationen der Neuzeit.

Frage: Wenn wir den Begriff der “Sekte” vermeiden, verschwindet das damit bezeichnete Problem noch nicht – ebensowenig wie eine Aechtung des Begriffs der “Krankheit” eine allgemeine Gesundung der Menschheit bewirken würde. Weil das Poblem fortbestünde, ergäbe sich zwangsläufig ein Ersatzbegriff. Formulieren wir also mit anderen Worten:
Scientology gilt allgemein als recht typisches Bespiel einer vereinnahmenden Gemeinschaft / konfliktträchtigen Organisation / Gruppierung mit totalitärer Tendenz. Können Sie das nachvollziehen?
Jürg Stettler: Auch andere Begriffe wie z.B. totalitär oder vereinnahmend wurden von Gegnern geprägt um auszugrenzen.
Nehmen wir das Wort totalitär: Genauso könnte man andere Organisationen als totalitär bezeichnen..aber redet jemals jemand von einem totalitären Fussballclub, dessen Präsident den Trainer von einem Tag auf den anderen auf die Strasse stellt, oder wo der Trainer einen verdienten Spieler gegen seinen Willen auf die Ersatzbank setzt?
Wieso ist es nötig mit derartigen Worten auszugrenzen? Wieso kann man nicht neutral von einer neuen religiösen Gemeinschaft sprechen, von mir aus auch “kontrovers”?

Frage: Gerade nichtkirchliche Sektenexperten sehen Scientology besonders kritisch, obwohl diese ja keine Angst vor allfälliger Konkurrenz haben können. Wie kommt das?
Jürg Stettler: Es gibt “Kritiker” und Kritiker”. Die wenigen Fanatiker, die kein gutes Haar an diesen Gruppierungen, u.a. auch Scientology, lassen, können an einer Hand abgezählt werden. Jeder dieser Person hat seine eigene Geschichte und Motivation.
Konstruktive Kritik ist jedoch willkommen. Entsprechend sind wir immer mehr mit Kritikern, die nicht einfach nur schaden, sondern konstruktiv diskutieren wollen, im Dialog.

Frage: Kaum eine Organisation hat – im Verhältnis zur Mitgliederzahl – so viele Aussteigerberichte in Buchform produziert wie Scientology. Der Anteil unzufriedener Ex-Mitglieder scheint bei Scientology so hoch zu sein wie bei kaum einer anderen Organisation. Wo liegt der Grund?
Jürg Stettler: Niemand interessiert sich dafür, wenn ein ausgetretenes Mitglied der reformierten Kirche seinen Missmut mit seinem Pfarrer in Buchform verbreiten will. Scientology scheint entsprechend einfach aktueller zu sein. Ich kenne aber z.B. in der Schweiz nur eine einzige Person, die als Aussteiger gegen Scientology ein Buch verfasst hat und wer sich in der “Szene” auskennt merkt schnell dass einige wenige Aussteiger wie in einem Wanderzirkus herumgeboten werden, wobei sich auch dies in den letzten Jahren sehr gelegt hat.

Frage: Bei manchen sog. Sekten trifft Ihre Aussage vom Wanderzirkus der immer gleichen Aussteiger nicht schlecht, bei Scientology bezeichnenderweise aber eben gerade nicht (wer wäre denn Teil dieses Wanderzirkusses?) Zu Scientology treten im Gegenteil immer wieder neue Ehemalige auf, die ihre Erfahrungen publizieren. Eben ist im deutschen Sprachraum etwa der Bericht von Wilfried Handl erschienen.
Auch scheint die Debatte um Scientology weiterhin eher heftig geführt zu werden, vgl. die Diskussion um den Ausstieg von Isaac Hayes bei der Serie “South Park”. Wie kommen Sie da zu Ihrer Einschätzung, dass sich die Debatte gelegt habe?
Jürg Stettler: Tatsache ist, dass ich in der Schweiz keine Aussteiger kenne, die in den letzten 10 Jahren die Scientology verliessen um dann Scientology öffentlich anzugreifen. In der Schweiz sind mir einzig zwei Personen bekannt, die ihre Erfahrungen in Buchform gefasst haben (Romandie inbegriffen).
Handl stammt aus Oesterreich, hat vor vielleicht 15 Jahren den letzten Scientology Kurs absolviert und seine Story ist extrem aufgebauscht.
Wenn sich die “Debatte” zu Scientology nur noch an Tom Cruise’s Eheleben oder an Isaac Hayes’s Stimme orientiert, dann zeigt dies dass die Debatte wirklich abgeflaut ist!

Frage: Gibt es Dinge / Situationen bei Scientology, wo Sie selbst Druck erleben und für Aussteiger, die von Scientology einen sektenhaften / vereinnahmenden Eindruck erhielten, ein gewisses Verständnis haben?
Jürg Stettler: In jeder Organisation gibt es Regeln, die eingehalten werden müssen um einen geregelten Betrieb zu gewährleisten. Ein Pfarrer muss am Sonntag um 9:30 auf der Kanzel stehen, könnte aber gleichzeitig den Druck der Kirche, die ihn zur Sonntagsarbeit zwingt, monieren. So kann man den “Druck” den man z.B. als Mitarbeiter hat, in irgendeiner anderen Organisation antreffen.
Ganz abgesehen davon dass ich meine Aufgabe als Mitarbeiter als Challenge empfinde, was sehr viel Spass machen kann. Die Stories von Aussteigern sind z.T. masslos übertrieben. Man fühlt sich ab und zu an eine zerrüttete Ehe erinnert bei der am Partner kein guter Faden mehr gelassen wird.

Frage: Ein typisches Sektenmerkmal (oder, wenn man den Sektenbegriff vermeiden will, Merkmal einer vereinnahmenden Gemeinschaft) ist das Faktum, dass Mitglieder nicht in der Lage sind, Nachteile und negative Seiten der eigenen Organisation zu benennen. Wo sehen Sie die Nachteile und die Schattenseiten der Scientology?
Jürg Stettler: Ich weiss nicht wer dieses Kriterium erfunden hat. Selbstverständlich gibt es auch innerhalb der Scientology Situationen, die zu kritisieren sind, und dann aber meistens mit einzelnen Personen zu tun haben. Entsprechend gibt es dann auch die Möglichkeit Missstände anzuprangern, zu berichten und Lösungen vorzuschlagen.
So wurden auch innerhalb der Kirche immer wieder Situationen verbessert, die nicht optimal waren, wie z.B. Stundenplaneinteilungen, die Möglichkeit genügend Zeit mit der Familie zu verbringen etc.

Frage: Sehen Sie bei Scientology auch strukturelle Probleme, die über die banale Feststellung des “Schwarze-Schafe-gibt’s-überall”-Arguments hinaus gehen?
Jürg Stettler: Grundsätzlich nicht, denn der Aufbau der Organisation ist sehr logisch und das Organigramm wird z.B. sogar von anderen Organisationen benutzt.

Frage: Muss nicht jede Organisation, die in die Jahre kommt, sich verändern, um mit der Zeit Schritt zu halten? Wie steht das bei Scientology aus? Oder ist Scientology perfekt für die Ewigkeit: Scientologia numquam reformanda?
Jürg Stettler: Sicher müssen Aspekte angepasst werden, wenn sich die Technik verbessert und neue Möglichkeiten offenstehen. Extrem formuliert: Niemand in Scientology würde auf den Einsatz von Computern verzichten nur weil L. Ron Hubbard zu seiner Zeit nicht damit gearbeitet hat und diese in seinen Schriften zur Organisation nicht erwähnt hat.
Die Methoden von Hubbard helfen vielen Leuten, es besteht entsprechend kein Grund hier was zu ändern.

Letzte Aenderung 2006, © Jürg Stettler 2006 (Antworten), Infostelle 2000, 2006

Wilfried Handl’s Ausstieg


Viel wird über Wilfried Handl gesprochen, es scheint so, als ob er endlich die Anerkennung findet, welche er innerhalb Scientology nie hatte.

Dazu eine Stellungnahme der Scientology Kirche durch Jürg Stettler:
„Abgesehen von einigen Diffamierungen und pathetischen Ausschmückungen, gibt es verschiedene objektive Kriterien, die bekannt sein müssen, um sich ein vollständiges Bild über Handl machen zu können.
Tatsächlich war Handl für wenige Monate Leiter einer der zwei damals kleinen Scientology Kirchen in Wien, wurde aber wieder abgesetzt. Dies war vor bald 25 Jahren! Er wurde in der Vergangenheit wegen seines Lebenswandels dreimal aus der Gemeinschaft ausgeschlossen aber auf Antrag wieder aufgenommen. Seither hatte er keine Funktionen mehr bei Scientology und auch keine Einsicht in Internas. Nicht nur dies: in all den 28 Jahren, in denen er sich gemäss Artikel intensivst mit Scientology befasst haben soll, hat er einige wenige Kurse besucht, für die ein Student höchstens ein paar Wochen benötigt. Vor über 15 Jahren hat Herr Handl seine Scientology-Studien ganz abgebrochen. Seine ‚Insider’ – News stellen einen Etikettenschwindel sondergleichen dar.“

Nachtrag vom 21.02.2009
Da Herr Handl seine Aktivitäten gegen Scientology witerhin mit zahllosen Unterstellungen und schlichten Lügen schmückt, veröffentliche ich hier einige Fakten zu seinen Behauptungen:

Behauptung:
Er war „Chef von Scientology in Österreich“.

Richtigstellung:
Hier soll gezielt ein falscher Eindruck erweckt werden, denn Zeitpunkt und Dauer werden absichtlich verschwiegen. Wie erwähnt war Herr Wilfried Handl Anfang der 80er Jahre zwei Mal für insgesamt etwa 9 Monate leitender Direktor in der Scientology-Gemeinde in Österreich. Aufgrund seines unangemessenen Lebenswandels, der den kircheninternen Richtlinien so vollständig widersprach, wurde er beide Male schnell wieder abgesetzt.

Nach Einreichung diverser Bittschriften hatte man Herrn Wilfried Handl nach seinen drei Ausschlüssen immer wieder eine Chance gegeben, sich als Scientologe zu rehabilitieren. Leider ohne Erfolg. In den letzten 15 Jahren hat Herr Handl keinerlei Kurse mehr in der Scientology Kirche besucht. Ob er noch Seelsorge irgendwelcher Art in Anspruch nahm, ist in Österreich nicht bekannt.

Behauptung:
„Er ist der höchstrangige europäische Scientologe, der jemals ausgestiegen ist und darüber geredet hat.“

Richtigstellung:
Wenn wenige Monate vor ca. 25  Jahren  in einer leitenden Position und eine jahrzehntelange nahezu passive Mitgliedschaft bereits genügen, um der Öffentlichkeit als „höchstrangiger europäischer [Ex]-Scientologe“ verkauft zu werden, spricht dies unseres Erachtens eher für Scientology und alle langjährigen Mitglieder und Führungskräfte unserer Kirchen und Missionen in Europa.

Behauptung:
„Wir bekamen Order, ab sofort werden Kritiker nicht mehr verklagt und bedroht. Nun wurde auf Lobbying gesetzt. Auf ein positives Image. Auf Scientology, den Hollywood-Star-Club.“

Richtigstellung:
Dies ist eine freie Erfindung von Herrn Handl. Nach den frühen 80iger Jahren hatte er keinerlei Einsicht mehr in die Pläne der Scientology Kirche. Eine solche Anordnung gab es auch nie. Grundsätzlich bemühen sich die Mitarbeiter des Presse- und Rechtsamts der Scientology Kirchen um einvernehmliche Regelungen bei etwaigen Konflikten oder Angriffen auf die Kirche und ihre Mitglieder. Ist dies nicht möglich, wird die Scientology Kirche auch heute nicht zögern, die Gerichte zur Durchsetzung der Gesetze zu bemühen.
Mit Drohungen hat dies nichts tzu tun.

Behauptung:
Handl erzählt von Nötigung, von psychischer Gewalt, von Erpressung. Von Suchtrupps, die er rausschickte, wenn ein Scientologe es wagte, die Sekte zu verlassen.

Richtigstellung:
Eine der grundlegenden Kirchenrichtlinien fordert: „Wenn jemand fortgehen will, lassen Sie ihn schnell fortgehen. …“ [„Die Funktionsfähigkeit der Scientology erhalten“, aus dem Jahre 1965].

Es gehört ebenfalls zu den Kirchenrichtlinien, sämtliche Beiträge an ein Mitglied zurückzuerstatten, wenn die Person nicht aufgrund ihrer eigenen Selbstbestimmung Mitglied geworden ist. Die Theorien von Herrn Handl stehen in vollkommenem Widerspruch zu unseren Richtlinien, was aber nicht ausschließt, dass er sich selbst solcher Anweisungen schuldig gemacht hat.

Behauptung:
„Ich war ein Täter. Ich habe Menschen weh getan. Ich war Parteisoldat in einem faschistischen System.“

Richtigstellung:
Diese Aussage von Herrn Handl ist korrekt, aber nicht im Zusammenhang mit Scientology.

Vor seiner Scientology-Mitgliedschaft war Herr Handl aktives Mitglied der kommunistischen Gruppe „Offensiv Links“ und nahm in diesem Zusammenhang – so heißt es in seiner eigenen Eidesstattlichen Erklärung – an Trainingslagern teil, in dem er den Gebrauch von Schusswaffen, zum Bau und im Werfen von Bomben und anderen gewalttätigen Aktivitäten ausgebildet worden war. Aus einer weiteren Eidesstattlichen Erklärung Handls geht hervor, dass eine von ihm ins Leben gerufene kommunistische Lehrlingsgruppe 1972 an diversen Anschlägen während Demonstrationen teilnahm, bei denen es zu Sachbeschädigungen kam.

Als Scientologe ließ es Wilfried Handl zu, dass Mitglieder dieser kommunistischen Gruppe „Offensiv Links“ die Scientology Kirche in Österreich mit dem klar definierten Ziel infiltrierten, die Kirche zu zerstören und ihren Mitgliedern Schaden zuzufügen.

Nachdem eines der Mitglieder der Gruppe „Offensiv Links“ aufgrund seiner Straftaten und kriminellen Machenschaften aus früheren Tagen aus der Scientology Kirche ausgeschlossen worden war, versorgte ihn Wilfried Handl als hauptamtlich aktives Mitglied der Kirche nach wie vor weiter mit internen Informationen. Auch dies geschah in vollem Bewusstsein darüber, dass die Person Scientology als „Feind“ des Kommunismus betrachtete und die Glaubensgemeinschaft deshalb zerstören wollte.

Sie mögen dies als „Jugendsünden“ abtun, doch auch in späteren Jahren tat sich Herr Handl insbesondere dadurch hervor, die Kirche und ihre Mitarbeiter lautstark zu kritisieren, um sich gleichzeitig nicht an selbst getroffene Vereinbarungen zu halten.

Hier eine kurze Stellungnahme zu Wilfried Handl von seiner Ex-Frau Christine, jetzt Christine Davis, die mittlerweile in den Vereinigten Staaten lebt:

„Zu meinem Exmann Wilfried Handl:  Nach wie vor kann ich nicht verstehen, wie unverantwortlich er sich verhält. Er zahlt keinen Unterhalt für seine Kinder seit nunmehr Jahren. Er zahlt weder Schulden an den Staat noch Schulden an seine Freunde zurück. Er lebt von der Sozialhilfe, aber kann es sich leisten nach Schottland zu fliegen auf Urlaub oder nach Griechenland. Er macht Scientology verantwortlich dafür wie sich seine Söhne zu ihm verhalten oder besser warum seine beiden jüngeren Söhne nicht mehr mit ihm reden wollen. Es interessiert ihn nicht, welch ein Horror es immer wieder war und ist für die Kinder, zu sehen wie sich verantwortliche Menschen in ihrer Umgebung verhalten und zu wissen, dass ihr eigener Vater die Schuld auf andere schiebt. Herr Handl hat anfangs die Schuld auf den Krebs geschoben, dann war ich diejenige welche und jetzt ist es Scientology. Ich trauere um einen Freund und Vater, der wohl nur in meinen Träumen existiert hat, denn der Mann, der so sehr versucht einen Schuldigen für seine Probleme zu finden und seine Verantwortung zumindest seinen Söhnen gegenüber nicht einhält oder versucht sie wegzuargumentieren, ist offensichtlich nicht der Mensch, den ich geheiratet habe. Aber vielleicht war ich auch nur blind und dumm. Und meine Söhne? Ich habe sie nicht gezwungen den Kontakt abzubrechen- in keinster Weise! Es war ihre Entscheidung und warum? Weil ihr eigener Vater sie immer wieder traurig gemacht hat und sie ihre guten Erinnerungen behalten wollen. Das ist ihr einziger Grund und auch meiner. Wir wollen an ihn denken können mit einem Lächeln auf dem Gesicht und nicht mit Tränen im Herzen. Ich wünsche uns allen, dass der Tag kommen wird, wo wir das tun können! Aber solche Wunden heilen langsam“

Behauptung:
Scientology sei eine „Psychosekte“.

Richtigstellung:
Genau genommen gibt es „Psychosekten“ nicht. Mit dem Begriff möchte man der Scientology Kirche aber insbesondere den Religionscharakter absprechen und nur deshalb gehen wir überhaupt darauf ein.

Das Scientology eine religiöse Lehre ist, wird durch Hunderte von Gutachten und Gerichtsurteile mittlerweile weltweit und auch in Deutschland bestätigt. Sie finden hier eine Zusammenfassung solcher Gutachten und auch einige Gerichtsurteile dazu. Ebenfalls anbei die Pressemitteilung zu der Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 2. November 2005.

Selbst massive Gegner aus den Reihen der Amtskirchen billigen der Scientology Kirche zumindest den Charakter einer Weltanschauung zu. Laut Grundgesetz muss sich der Staat aus beiden Bereichen – Religion und Weltanschauung gleichermaßen – geflissentlich heraushalten. Durch Begriffe wie „Jugendsekte“, „Wirtschaftsunternehmen“ oder gar „Psychosekte“ versuchte man diese Vorgaben des Grundgesetzes geschickt zu umgehen.

In Österreich selbst ist Scientology als Verein mit religiösem Zweck durch die Republik Österreich anerkannt.

Herr Handl hoffte offensichtlich mit Hilfe seines neuen Buchs über seine Scientology-Aktivitäten, die viele Jahre zurückliegen, Geld zu verdienen.

Richtig ist, dass Herr Handl Anfang der 80er Jahre für nur wenige Monate Leitender Direktor in der damals kleinen Scientology-Gemeinde in Österreich war.

Aufgrund seines unethischen Lebenswandels war er insgesamt drei Mal vollständig aus der Kirche ausgeschlossen worden. Vor über 15 Jahren hat Herr Handl seine Scientology-Studien abgebrochen.

Mit seinem jetzigen Buch aus dem Jahre 2005 unternimmt er den durchsichtigen Versuch, aus seiner ehemaligen Mitgliedschaft Kapital zu schlagen. Und natürlich folgt er jenen Klischees, von denen er sich ein Einkommen verspricht.

Behauptung:
„Geld. Es ging immer um Geld. Denn am Geld wurde der Erfolg gemessen.“

Richtigstellung:
Der Erfolg einer Scientology Kirche wird an der Zahl zufriedener Mitglieder gemessen, die aktiv am Gemeindeleben teilnehmen, in ihrem Studium der Lehre und auf ihrem Erlösungsweg vorankommen.

Die Scientology Kirchen und Missionen bieten zudem unzufriedenen Mitgliedern die Möglichkeit, etwaige Beiträge innerhalb von drei Monaten nach Abschluss eines kirchlichen Dienstes zurückzufordern. Nicht in Anspruch genommene Beiträge werden in diesem Rahmen ohne zeitliche Beschränkungen ebenfalls erstattet. Einzige Ausnahme sind reine Mitgliedschaftsbeiträge, die von Land zu Land variieren und in Deutschland etwa 30 bis maximal 60 Euro im Jahr betragen.

Dass Scientologen nicht geldmotiviert sind, hat jetzt erneut der Bayerische Verwaltungs- gerichtshof bestätigt. Bei der Frage der Rechtsfähigkeit muss darüber entschieden werden, ob die Vereinsmitglieder eher wirtschaftlich oder ideell motiviert sind.

Hauptamtlich aktive Mitglieder inklusive der Vorstandsmitglieder unserer kirchlichen Einrichtungen arbeiten vorwiegend ehrenamtlich. Sie erhalten allesamt sehr geringfügige Vergütungen, die nicht einmal mit den Niedrigstgehältern amtskirchlicher Repräsentanten verglichen werden können. Intensive Prüfungen von Vorstandsvergütungen auf höchster Ebene der scientologischen Kirchenhierarchie führten zu keinem anderen Ergebnis. Im Gegenteil. 1993 wurden deshalb alle Scientology-Körperschaften in den USA als religiöse und wohltätige Organisationen von der Steuer befreit.
 
Der Bayerische VGH entschied am 2.  November 2005 nach ähnlich lautenden Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts (1997), der Verwaltungsgerichte in Hamburg und Stuttgart jetzt auch in Bayern, dass die Scientology Kirche ideelle Ziele verfolgt und daher als Idealverein auch im Vereinregister zu verbleiben hat.

Zu den Äußerungen Handls ist zu sagen, dass aus seine zahlreichen Eidesstattlichen Erklärungen hervorgeht, dass es zu seinem persönlichen Lebensziel zu gehören schien, mit geringstmöglichem Aufwand so viel Geld wie irgend möglich zu verdienen. Eine Firma in Österreich, für die er tätig war, kann bestätigen, dass er Gelder von Kunden der Firma vereinnahmte, ohne die dafür vereinbarte Leistung zu erbringen. In anderen Fällen erhielten die Kunden einen Abklatsch von dem was ursprünglich vereinbart worden war.
Dieses Verhaltensmuster wird auch durch die Äußerungen seiner Ex-Frau Kiki Davis bestätigt.

Behauptung:
„Viele, die länger dabei sind, sind entweder drogensüchtig oder psychisch krank.“

Richtigstellung:
Hierbei handelt es sich schon deshalb um eine besonders dreiste Lüge, weil selbst unter hart gesottenen Gegnern unzweifelhaft bekannt ist, dass in Scientology jede Form des Drogenkonsums verpönt ist. Die Mehrheit der Scientologen trinkt keinerlei Alkohol, auch wenn dies nicht explizit verboten ist.

Die Sozialprogramme der Scientology Kirche umfassen ebenfalls eines der effektivsten Drogenrehabilitationsprogramme der Welt, welches von einer wachsenden Zahl von Experten in den gelobt wird. Die Effektivität des Programms, an dem bekannte und internationale Stars bereits erfolgreich teilgenommen haben, hat sich mittlerweile weltweit herumgesprochen.
Die Anti-Drogen Kampagnen der Kirche sind weltweit bekannt.

Was Handls Bruder anbelangt, so hat sich auch dieser nicht sonderlich intensiv mit der Scientology-Religion auseinandergesetzt und verschwand sehr schnell wieder aus dem Blickfeld. Im Nachhinein die Kirche für sein Schicksal verantwortlich zu machen, passt zur allgemeinen Strategie von Handl.

Behauptung:
„Hatten sie Angst, haben wir ihnen gesagt, sie sollen still sein. Liebe ist bei Scientology nicht vorgesehen.“

Richtigstellung:
Diese Aussage könnte kaum weiter von den Tatsachen entfernt sein. Scientology-Stifter L. Ron Hubbard bezeichnet die Liebe als größte positive Fähigkeit des Menschen. In seinen Ausführungen zu dem Thema sagte L. Ron Hubbard bereits im Jahre 1965:

„Die wohl schwerste Aufgabe, die man haben kann, besteht darin seine Mitmenschen weiterhin zu lieben, trotz aller Gründe, die dagegen sprechen.
Weiterhin zu lieben ist der wahre Beweis für Größe und Vernunft.
Wer dies erreichen kann, für den gibt es Hoffnung im Überfluss.
Für jene, die es nicht können, gibt es nur Kummer, Hass und Verzweifelung.
… Zu lieben ist der Weg zu Stärke. Trotz allem zu lieben ist das Geheimnis von Größe. Und es mag sehr wohl das größte Geheimnis dieses Universums sein.“

In der Lehre der Scientology-Religion geht es einzig und allein um Verstehen, Wissen und um die Erlösung durch eben diese Elemente. „Verstehen“ setzt sich aus Liebe (Affinität), gemeinsame Übereinstimmung (Realität) und Kommunikation zusammen und wird in Scientology das ARK-Dreieck genannt. Ziel der Scientology-Religion ist es, dass ARK eines geistigen Wesens – sein Verstehen, seine Affinität, Realität und Kommunikation – bis zu einem Punkt zu erhöhen, an dem er das Göttliche, Gott und die Unendlichkeit vollständig begreifen kann.

Herr Handl hat entweder offensichtliche Mängel in den Grundlagen der Scientology-Religion oder er lügt ganz bewusst als Marketing-Strategie für sein Buch.

Behauptung:
Er liest alles über Psychologie, was er in die Hände bekommt, denn das war bei Scientology streng verboten.

Richtigstellung:
Es gibt keinen Index in Scientology, in dem verbotene Literatur verzeichnet ist. Es gehört zu den grundlegenden Maximen in Scientology, selbst zu beobachten, selbst zu prüfen und sich dann zu entscheiden.

Verbote sind daher nicht nötig. Richtig ist, dass die Psychologie und Scientology sehr unterschiedliche Herangehensweisen an das Leben haben. Wer Scientology wirklich verstanden hat, und sieht, dass es funktioniert, wenn er es exakt anwendet, sieht in der Regel keinen Grund, sich mit anderen Praktiken zu beschäftigen. Da er eine funktionierende Lösung für alle Bereiche des Lebens gefunden hat und jetzt weiß, wie er sich und anderen Menschen helfen kann.

Insbesondere die von der Scientology Kirche gegründete KVPM – die „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ – befasst sich intensiv mit Literatur aus dem Bereich Psychologie und Psychiatrie, um Missbräuche aufzudecken und über erfundene Diagnosen aufzuklären.

  • Hier ein weiterer Artikel über Wilfried Handl